(Plastik)Müll und keine anderen Katastrophen | Umweltbewusstsein

Manchmal braucht es einfach keine Worte.

Wer doch mehr Worte möchte: Der Spaziergang um meine Wanderschuhe einzulaufen (nächste Wanderung: Porto > Santiago de Compostela ~ 215 km) hat ganz unschuldig und ohne weitere Intention angefangen. 100 m nach den ersten Schritten vom Geschäft Richtung nach Hause (insgesamt dann knapp eine Stunde laufen) hätte einem die Galle rückwärts hochkommen oder im Hals stecken bleiben müssen. Zwei Tüten und etliche andere Plastikverpackungen später habe ich mich tatsächlich gefragt: Wer wirft das weg ohne weiter darüber nachzudenken? Wer geht in die Verantwortung, diesen Müll als seinen deklarieren zu wollen? Wer macht das in seinem Lebensraum? Menschen. Menschen die dieser Handlung entsprechend wohl auch ihren Müll in den eigenen vier Wänden einfach neben den Couchtisch fallen lassen und wenn sie es nicht machen: Warum dann draußen in der Umwelt in der sie sich bewegen?

Auch wenn der Fokus beim Nachhauseweg woanders lag, habe ich es nicht geschafft über diese unfassbare Unachtsamkeit hinwegzusehen. Es brodelt, es kocht und ich weiß nicht wohin damit. Der ganze Müll und meine Wut darüber ist im nächsten Abfalleimer gelandet. Die Priorität die Wanderschuhe einzulaufen wird mit der gleichen Priorität behandelt, den Müll von Umweltverschmutzern einzusammeln, mit den eigenen Händen aufzusammeln und zu entsorgen.

Mehr dazu folgt demnächst. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Herzlichst ♥ Caro

Selbstoptimierung: Von Schlagsahne, Motivation und Selbstdisziplin

Ein Stadtbummel ist immer eine gute Idee, wenn das Wetter mal nicht so mit macht und in der Heimatstadt hat das nochmal einen ganz besonderen Charme, insbesondere wenn man inzwischen woanders wohnt. Gemütlich durch die Geschäfte schlendern (ob mit oder ohne Ziel ist dabei relativ egal) und an den Ständen für Snacks den Geruchssinn anwerfen und olfaktorisch genießen. Ein paar Geschäfte später kommt ein Eiswagen (E-I-S!!!) – Yummi! Natürlich kann ich nicht widerstehen und schnappe mir eine Kugel Banane-Nutella und eine Kugel Cookie. Gibt es Sahne? Jawohl! Lieben Dank. Schmecken lassen 🙂

Ein Tag später…

Ich sitze im Zug von der Heimat nach Hause. Morgen geht es wieder zur Arbeit, in der Wohnung wartet eine Ladung Wäsche und Bücher, die mich interessieren liegen auf dem Nachttisch bereit.

Wie schon im letzten Artikel angekündigt, beschäftigt mich das Thema Selbstoptimierung schon eine ganze Weile. Warum mache ich mir dazu Gedanken? Ganz einfach: Ich habe irgendwann festgestellt, dass mir einige Angewohnheiten an mir selbst nicht gefallen – angefangen beim Rauchen bis hin zu (negativen) Denkmustern. Als ein Mensch, der gerne an sich selbst arbeitet und sich weiterentwickelt, habe ich mir gesagt, dass es Zeit wird etwas zu verändern. Ich wollte mehr Freiheit, Unabhängigkeit und Klarheit, ich wollte mich mehr um mich und meinen Körper kümmern, ich wollte mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden. Ergo: Ich musste etwas an meinem Alltag und mir verändern. Dass das Zeit, Selbstdisziplin und Energie kostet, war mir dabei von Anfang an klar. Aber wie verändere ich was? Und was sollte ich denn zuerst verändern? Wo sind denn die großen Knackpunkte, die mich maßgeblich stören und daran hindern insgesamt zufriedener, ausgeglichener und besser zu leben?

Selbstoptimierung und mögliche Komplikationen
Selbstoptimierung verlangt eine ehrliche und schonungslose Selbstreflektion sowie Selbstkritik. Nicht jeder Mensch ist dafür gemacht, also finde heraus wie es sich für Dich anfühlt, wenn Du dich und Dein Leben kritisch betrachtest, überlegst, ob Du dich momentan wohl fühlst und ob Du Lust hast etwas zu ändern. Du siehst einige Punkte? Dann kannst Du die weiteren Schritte ausprobieren. Fall Du im Grunde mit Deinem Leben zufrieden bist und Du Dich gar nicht so intensiv mit Dir selbst auseinandersetzen möchtest, kannst Du aufhören zu lesen, aber überlege Dir vorher warum Du angefangen hast diesen Artikel zu lesen und frage Dich, ob Dich das Thema nicht doch ein wenig interessiert (viellleicht ohne folgende Schritte umzusetzen).

Die Analyse des IST-Zustandes
Um für sich herauszufinden, was sich für Störfaktoren eingeschlichen haben, ist eine Analyse des IST-Zustandes ausschlaggebend für die weiteren Schritte. Hierzu kannst Du dir folgende Fragen stellen:

1. In welchen Situationen gefalle ich mir nicht?
2. Was ist der Grund dafür, dass ich mir in den Situationen nicht gefalle?
3. Liegt es an meinen Handlungen, meinem Verhalten oder meinem Denken?

Wenn Du dir die Fragen beantworten kannst, bist Du einen guten Schritt vorwärts gekommen. Du kannst benennen, was Dir nicht gefällt und weißt an was Du arbeiten kannst.

Zieldefinition, Motivation und der Faktor Zeit
Nachdem Du deine Störfaktoren benannt hast, kannst Du deine Ziele definieren: Wo möchtest Du hin? Was möchtest Du erreichen? Wie siehst Du dich in einiger Zeit?
Mögliche Ziele könnten sein:

  1. Mehr Bewegung.

  2. Mehr gesundes Essen.

  3. Nachhaltiger leben.

Allein die Ziele zu definieren reicht natürlich nicht aus. Nun geht es ans Thema Motivation und Selbstdisziplin. Hört sich anstrengend und kompliziert an! Ist es auch ein wenig, aber weniger als Du denkst 🙂 Bei allem was Du zukünftig ändern möchtest, behältst Du im Kopf warum Du es ändern möchtest und was Du dir Positives von der Veränderung versprichst. Wenn Du merkst, dass Du doch wieder öfter auf der Couch liegst als Du es Dir vorgenommen hast, frage Dich zunächst, ob das ein Störfaktor ist oder ob Du dich so momentan wohler fühlst. Fühlst Du dich wohl, super! Empfindest Du es als Störfaktor, zieh Deine Schuhe an und laufe ein Mal um den Block oder drehe eine Runde mit dem Fahrrad. Motivation kommt nicht von alleine, sondern davon, dass Du aktiv wirst, Deinem inneren Schweinehund einen fetten Arschtritt verpasst und Dir immer wieder ins Bewusstsein rufst was (zum Positiven) anders werden könnte, wenn Du dies oder das änderst. Wenn es Dir hilft schau in den Spiegel und sage laut: Ich möchte etwas ändern! Ich möchte mich besser fühlen! Ich möchte an mir arbeiten!
Indem Du dich immer wieder motivierst, steigt auch Deine Selbstdisziplin, dein persönliches Durchhaltevermögen für das Erreichen Deiner Ziele.

Beispiel 1: Mehr Bewegung
Wenn ich mich mehr bewege (Spazieren gehen, Joggen, Yoga,…) fühle ich mich wohler und habe einen Ausgleich in meinem Alltag, kann abschalten und werde dadurch insgesamt zufriedener.

Beispiel 2: Mehr gesundes Essen (Schlagsahne darf trotzdem mal sein ;))
Wenn ich mich gesünder ernähre, dann fühle ich mich seltener schlapp und träge, habe mehr Energie und kann diese in andere tolle Erlebnisse und Tätigkeiten investieren.

Beispiel 3: Nachhaltiger leben.
Wenn ich nachhaltiger lebe, dann verursache ich weniger Müll und belaste die Umwelt weniger.

Bei allem was Du im Rahmen Deiner Ziele angehst, mach Dir bewusst, dass Du es Dir, Deinem Körper bzw. Deinem Leben zuliebe machst und Du dir daraus etwas Positives mitnimmst. Sich durch irgendwelche Sportprogramme oder vegetarischen Rezepte zu quälen, nur um das Gefühl zu bekommen ein besseres Leben zu führen, ist dabei nicht Sinn der Sache. Sich beim Veränderungsprozess (bzw. während der Selbstoptimierung) wohlzufühlen sollte oberste Priorität haben. Die Bereitschaft darin Energie und Zeit zu investieren ist trotzdem essentiell.
Dich von heute auf morgen um 180 Grad zu drehen und verändern zu wollen funktioniert nicht. Das alles ist ein sich entwickelnder und teils auch dynamischer Prozess. Versuche Dir vorzustellen, dass Deine Selbstoptimierung eher wie eine lange gemütliche Wanderung ist, bei der Du das Ende nicht unbedingt von Anfang an im Blick hast und bei der auch unterschiedliche Wege zum Ziel möglich sind. Genügend Zeit und Geduld mit Dir sind weitere Faktoren. Nimm Dir zum Beispiel vor jede Woche ein Mal 20 Minuten spazieren zu gehen und erhöhe die Häufigkeit und Dauer nach einem Monat auf zwei Mal die Woche 30 Minuten usw. Dein Ziel könnte sein ein halbes Jahr später drei Mal die Woche eine Stunde spazieren zu gehen. Wichtig bei allem was Du veränderst: Frage Dich, ob Du dich besser oder schlechter mit der Veränderung fühlst und reflektiere Dich in diesem Moment umfassend: Fühle ich mich gut? Was hat sich vielleicht durch die Veränderung noch verändert? Begegne ich dem Alltag auf eine andere Art und Weise? Habe ich öfter gute Laune und wenn ja, auf was kann ich das zurück führen? Hat die Veränderung Auswirkungen auf einen anderen Bereich? Wenn ja, welchen sowie ist diese positiv oder negativ? An dieser Stelle kann es auch helfen auf Dein Umfeld zu achten: Merken die Menschen in Deinem Umfeld die Veränderung? Reagieren sie darauf positiv oder negativ? Sprichst Du das Thema vielleicht sogar offen an? Wie ist das Feedback dazu?
Wenn Du nach und nach die ersten Schritte geschafft hast und vielleicht auch zunächst nur eine Sache optimiert hast, wirst Du merken wie Dein Selbstvertrauen steigt und Du fast vollkommen mühelos den nächsten kleineren oder größeren Schritt wagst, bis Du an dem Punkt bist an dem Du sein möchtest.

Vorläufiger Schlusssatz
Da ich gerade merke, dass ich am liebsten noch grundsätzliche und weiterführende Gedanken zu den Themen Motivation, Denkmuster (auf die ich nicht eingegangen bin bisher) und weitere Selbstoptimierungsmöglichkeiten habe, die nun doch etwas ausschweifen und mindestens weitere 1000 Wörter kosten würden, schließe ich das Thema Selbstoptimierung vorerst mit dem Schlusssatz: Erkenne was Dich an Dir und deinem Leben stört, aber vergiss bei Deinem Weg der Selbstoptimierung nicht ab und an etwas Schlagsahne zu Deinem Eis zu bestellen 🙂

Fragen, Anmerkungen, Lob und Kritik etc. sehr gerne in die Kommentare 🙂

Herzlichst ♥ Caro

Klarheit: Zwischen fasten und Bäumen…

Habt ihr manchmal auch das Gefühl, dass ihr vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr seht? Dass alles um Euch herum verschwommen ist, ihr vielleicht einen Weg entlang geht, aber beim Blick auf dem Boden seht, dass es rechts und links keine Begrenzungen gibt? Wenn ihr dann nach einem Weg sucht oder das Gefühl habt, nun eine Entscheidung treffen zu können und dann von irgendwo her eine Schranke erscheint, die es unmöglich macht den Weg zu gehen oder die getroffene Entscheidung umzusetzen, ihr Euch abwendet und wieder ins Nichts starrt, am gleichen Punkt wie vorher steht und im Grunde nicht mehr wisst wo es nun hingehen soll und Euch die Suche nach einem Weg nur wieder zurück an den Startpunkt bringt, dreht ihr Euch im Kreis, bewegt Euch an der selben Stelle, steht still.

Manchmal ist es eben so, dass wir weitergehen möchten, uns dennoch im Kreis drehen oder still stehen, nur um dann irgendwann festzustellen, dass vielleicht nicht die Bäume das Problem sind, sondern wir selbst. Egal wie verworren, verschwommen, aussichtslos oder verquer die Bäume sein mögen, liegt es an uns festzustellen warum es gerade so aussieht und was wir aktiv dagegen unternehmen können, um diese Situation zu verändern und mehr Klarheit zu erlangen. Eine Möglichkeit, was ich selbst nicht so intensiv klärend eingeschätzt hätte, ist fasten. Beim Fasten, also dem Verzicht auf feste Nahrung für mindestens 5 Tage (das würde ich als Mindestmaß ansetzen), liegt der Fokus nicht auf dem Konsum von Genussmitteln, sondern auf dem freiwilligen Verzicht auf diese. Auch wenn es mitunter negative Begleiterscheinungen während der Fastenzeit geben mag, überwiegen die positiven in jedem Fall. Ich kann immer noch nicht komplett beschreiben was dabei genau passiert, aber die geistige Klarheit ist ein bereichernder Nebeneffekt, der nicht zu unterschätzen ist.

Wer nicht fasten möchte oder wem das alles zu kompliziert erscheint, kann sich trotzdem Klarheit verschaffen. Im Grunde gilt es sich zu überlegen, wo es gerade hängt, was einen persönlich am eigenen Leben(salltag) stört und dann weiter zu überlegen, wo man ansetzen kann, um etwas zum Positiven zu verändern. Bin ich mit meinem Alltag nicht zufrieden, weil er mir zu monoton ist, wäre es schön ein Hobby zu finden, welches mir Freude bereitet. Wenn ich das Gefühl habe zu wenig zu lesen, sollte ich mir Bücher raussuchen, die mich interessieren und sie in meinen Tagesablauf integrieren, z.B. als Schlaflektüre (das hilft auch beim Einschlafen, falls es da Probleme geben sollte). Stört es mich, dass ich ungesund und fettig esse, dann wäre es eine Überlegung wert, mich ein wenig mit gesunder Ernährung zu beschäftigen und diese auch in der Küche umzusetzen. Habe ich das Gefühl mich zu wenig zu bewegen, wäre ein regelmäßig ausgeübter Sport sinnvoll.
Wo es am Ende auch kneift oder zwickt, diese eine kleine Veränderung kann viel mehr bewirken als es zunächst vielleicht den Anschein hat. Manchmal reicht auch eine kleine Runde um den Block, der Abstand von der häuslichen oder gewohnten Umgebung, vielleicht ein Spaziergang zwischen den Bäumen, um zu erkennen, dass die Bäume der Wald sind.

Viel Freude bei den kleinen Veränderungen 🙂
Herzlichst ♥ Caro

Fasten: Gesunder Verzicht oder absoluter Wahnsinn? – TEIL 2

Wenn ich jetzt an fasten denke, dann ist es für mich mehr als nur auf Essen zu verzichten. Im ersten Teil zum Fasten hat sich alles noch sehr um das Thema Essen und Verzicht gedreht, was im Grunde nicht falsch ist, aber es ist eben nicht alles, wenn es um das Thema Fasten geht.

saft_teeEssen und Verzicht
Für mich als Essensliebhaber, Genießer und Feinschmecker war der Verzicht auf Essen eine harte Prüfung und ich dachte nicht, dass ich die ersten drei Tage überstehe, geschweige denn dass ich nach den ersten drei Tagen weiter mache. An Tag drei habe ich morgens von einem alkoholfreien Cocktail mit einer Steakbeilage geträumt (sehr gerne 300g schwer und medium-rare, bitte!). Da es ab dem vierten Tag besser werden soll, habe ich mich zur Motivation mit Karotten- und Gemüsesaft sowie entsprechenden Tees (Detox- und Abführtee) eingedeckt, um es zumindest bis Donnerstag zu überstehen. Aufgeben wollte ich nicht.
Die Entlastungstage und bisherigen Fastentage waren hart, insbesondere weil ich für das Fasten nicht extra Urlaub genommen habe, sondern es neben der Arbeit probieren wollte. Im Nachhinein würde ich das nicht unbedingt empfehlen, außer man ist kein Fastenanfänger und weiß mit den Konsequenzen des Fastens gut umzugehen. Ich hatte fast durchgängig Konzentrationsschwierigkeiten und war spätestens um zehn oder halb elf abends im Bett, weil ich dann müde wurde. So richtige Gelüste habe ich dann tatsächlich erst am Mittwochabend gehabt, also nicht einmal beim Kochen am Dienstagabend (Reis mit Apfelstückchen).

Das Fastenbrechen
Das Fasten habe ich Donnerstag früh, also nach sechs vollen Fastentagen, mit einem leckeren Frühstück gebrochen: Naturreis mit Beeren, etwas Milch und Kokosflocken. Ich hätte mich reinlegen können! Zum Mittag gab es Naturreis mit Apfelstückchen und Zimt und dass ich es abends nicht bei einer Suppe oder etwas Gemüse belasse war klar. Ich esse viel zu gerne und durch den Verzicht, hatte ich abends Hunger auf alles, was nicht niet- und nagelfest war. Von Schokolade über Käse und Brot war so ziemlich alles dabei. Da sich nach dem Fasten das Gewicht wieder einpendelt (Fasten ist KEINE DIÄT!!!), war es mir auch relativ egal, ob das jetzt gesund ist oder nicht. Etwas schlecht war mir nach dem ganzen Essen schon, aber kotzen musste ich nicht 🙂
reis_beeren_kokos

Die positiven Nebenerscheinungen des Fastens
Das Fasten kann geistige Klarheit fördern. Als ich das gelesen habe, wusste ich nicht wie sich das gestalten soll oder wie das genau funktioniert bzw. was passieren wird. Fange ich vielleicht an mir essentielle Fragen zu stellen? Fange ich an meinen Lebensstil in Frage zu stellen? Meinen Alltag? Meine Hobbies? Fange ich an mich in Frage zu stellen? Führe ich das Leben was ich führen möchte? Erlebe ich genug? Genieße ich genug? Lebe ich genug?
Die Antwort zur geistigen Klarheit kam Dienstagabend beim Kochen zwischen Reis und Äpfeln, einfach so ohne Vorwarnung haben mich die unterschiedlichsten Erkenntnisse überrollt. Mittwoch ging es weiter und Donnerstag waren die Erkenntnisse gefestigt und verarbeitet. Wohin mich das alles noch führt, weiß ich nicht genau, aber es war sehr angenehm festzustellen, dass ich mich mit dem Blog und meinen Hobbies schon auf den richtigen Weg begeben habe, mir hier ein Stück weit meine Selbstverwirklichung gelingt, die ich mir wünsche und ich mich dort so entfalten kann wie es mir gefällt, wie ich mich wohl fühle und ich insgesamt liebe, was ich in meiner Freizeit mache. Hört sich doch sehr großartig an, oder? Ich fand das herrlich und genieße es jetzt noch sehr 🙂

Warum habe ich gefastet?
Mein erstes Fasten mit 17 ging in die Hose (es ging genau über das Wochenende und ohne Vorbereitung oder Aufbautage) und ich würde es nicht als Fasten bezeichnen. Seit knapp zwei Jahren beschäftigt mich das Thema Fasten wieder und ich hatte mir schon so oft vorgenommen zu Fasten, weil mich der Prozess des Reinigens und Entschlackens fasziniert und ich ahnte wie bereichernd das insgesamt sein muss tatsächlich auf Essen verzichten zu können. Ich sah darin eine Herausforderung und eine Aufgabe, der ich mich gerne stellen würde. Mein größtes Problem war jedoch immer: Ich musste in der Zeit auch auf das Rauchen verzichten und das ist als langjähriger Raucher verdammt schwer. Ich müsste demnach auf Essen und Nikotin, eben zwei Genussmittel statt auf nur eines, verzichten.
Mit dem Rauchen wollte ich schon länger einmal aufhören. Leider sind die letzten zwei Versuche aus den üblichen Gründen gescheitert. Ich war noch nicht soweit aufzuhören und da reichte eine Kleinigkeit, die mich emotional aufwühlte, sodass ich wieder anfing. Und dann kam der Sonntag vor vier Wochen, an dem ich etwas dehydriert zu viel Bier und unzählige Zigaretten zum und nach dem WM-Fußballspiel hatte. Am nächsten Tag ging es mir so beschissen, dass ich keine Lust hatte auch nur eine Zigarette zu drehen. Mein Drehzeug landete im Küchenregal und ich habe seit diesem Tag keine einzige Zigarette mehr angerührt. Ich habe absolut keinen Schimmer was dieses Mal anders lief (anscheinend war es der richtige Zeitpunkt und die ideale Einstellung) und warum ich nach den ersten paar Tagen schon kein Bedürfnis mehr hatte eine zu rauchen, aber mit das erste was ich dachte war: Klasse, jetzt kann ich den Verzicht auf Nikotin als Anlass nehmen noch etwas gesünder zu leben und endlich mal fasten 🙂
Von den Strapazen des Essensverzichts mal abgesehen, war die Fastenzeit mit die schönste Zeit für mich, die ich seit langem hatte und für mich so schön genießen konnte. Ich wäre nie so schnell zu diesen schönen Erkenntnissen gekommen, ich hätte nie gespürt wie es ist auf etwas so Geliebtes verzichten zu können und es gleichzeitig so zu genießen darauf zu verzichten.

Habt ihr Euch auch schon mal einer schwierigen Aufgabe gestellt? Wenn ja, welcher? Und wie habt ihr sie gemeistert?

Fotostrecke: Hannah von Träum Weiter ♥

Fasten: Gesunder Verzicht oder absoluter Wahnsinn? – TEIL 1

Beim ersten Mal ‚fasten‘ war ich 17 und das lief etwas unkoordiniert ab. Freitags hatte ich noch das Mittagessen gegessen und danach einfach aufgehört feste Nahrung zu mir zu nehmen. Das habe ich ganze drei Tage durchgehalten. Montag Mittag gab es dann Spaghetti Bolognese und ich habe wieder ordentlich zugeschlagen. Insgesamt würde ich das nicht als Fasten bezeichnen, sondern als jugendliche Schnapsidee à la ich-könnte-ja-mal-kurz-fasten. Das kurz und fasten sich ausschließt ist mir heute (und nun an meinem dritten Fastentag und den drei Entlastungstagen vorneweg) bewusst.
Aber was ist Fasten überhaupt und ist es tatsächlich nötig über Tage oder Wochen nichts zu essen?

Verzicht und Fasten
Wenn man darüber nachdenkt mit dem Fasten anzufangen, sollte man vorab wissen was fasten ist und welche Formen des Fastens für einen in Frage kommen.
Im Grunde ist Fasten der Verzicht auf Genuss- und Lebensmittel. Im weiteren Kontext kann auch der Verzicht auf andere Güter (wie Smartphone, Fernsehen, Auto…) eine Art von Fasten sein. Vor anderthalb Jahren habe ich mal über drei Monate auf Kaffee verzichtet und mache das heute noch ab und an wochen- oder tageweise. Das ist auch eine Art von Fasten, auch wenn es weniger ergiebig ist wie das Fasten aus dem Lehrbuch.
Beim ursprünglichen Fasten gibt es Formen, bei denen komplett auf das Essen verzichtet wird und bei denen ein geringes Maß an Essen erlaubt ist. Je nachdem wie man sich in dieser Hinsicht einschätzt und ob man es sich zutraut ganz auf feste Nahrung zu verzichten, entscheidet man sich dementsprechend für eine der Varianten. Ich habe mich für das Heilfasten nach Buchinger entschieden, bei dem Gemüsebrühe und Honig im Tee erlaubt ist. Ansonsten würde ich wahrscheinlich stündlich umkippen. Um das im Vorfeld zu vermeiden, trinke ich die Gemüsebrühe, wann ich Lust darauf habe und arbeite ggf. mit einem kleinen Eiweißshake nach dem Sport. Bei dieser Fastenkur sollen es täglich nicht mehr als 500 Kalorien sein, die über die Flüssigkeiten zugeführt werden.

Der Diät-Effekt, andere positive Nebenwirkungen und wichtige Punkte vorab
Eine ganz natürliche Nebenerscheinung beim Fasten ist, dass der Körper an Gewicht verliert, welches danach meist wieder dazukommt. Das steht beim Fasten jedoch nicht im Vordergrund. Beim Fasten geht es insbesondere darum den Körper von Schadstoffen zu reinigen, den Darm ordentlich durchzuspülen und dadurch das Immunsystem zu stärken. Außerdem soll der Verzicht auf Lebensmittel das Bewusstsein dafür verbessern wie lecker eine gewöhnliche Kartoffel oder eine Schale trockener Reis schmecken kann. Nach dem Verzicht soll man merken wie selbstverständlich die unterschiedlichsten Lebensmittel wahrgenommen werden und wie lecker sie eigentlich sind. Die Fähigkeit nach dem Fasten das Essen wieder mehr wertschätzen zu können stufe ich als unglaublich bereichernd ein. Auch fließen spirituelle Aspekte in das Fasten mit ein, die sich positiv auf Körper und Geist auswirken.
Insgesamt sollten einem vor dem Fasten ein paar Punkte bewusst sein sowie einige Fragen vorab geklärt werden:
1. Ist Fasten das Richtige für mich? – Wenn man sich nicht vorstellen kann eine Weile auf Essen zu verzichten, sollte man nicht fasten oder eine Form wählen, bei der man noch ein wenig essen darf.
2. Gibt es Menschen, die nicht fasten dürfen und zähle ich zu einer dieser Gruppen? – Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht fasten sollten.
3. Warum faste ich? – Wenn einem kein Grund einfällt, sollte man nicht fasten.
4. Wie überstehe ich die Fastenzeit? – Diese Zeit ist kein Zuckerschlecken (im wahrsten Sinne des Wortes). Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sind die Eckpfeiler des Fastens.
5. Wie höre ich mit dem Fasten wieder auf? – Es gibt traditionelle Wege wie das Fastenbrechen mit einem Apfel zu Mittag und einer Gemüsesuppe mit Kartoffeln zum Abendessen. Insgesamt sollte beim Fastenbrechen darauf geachtet werden, nicht vom einen auf den anderen Tag die normalen Essgewohnheiten wieder aufzunehmen, sondern schrittweise den Grundumsatz zu steigern, um den Jojo-Effekt zu vermeiden.

Bisherige Erfahrung beim Heilfasten
Anfang der Woche habe ich meinen schon gut geleerten Kühlschrank geplündert. Als Abendessen gab es eine Gurke und einen Mozzarella. Ab Dienstag wurde alles auf eingeweichte, pürierte und/oder leicht verdauliche Lebensmittel umgestellt (Entlastungstage vor dem Fasten), was ich zunächst ganz gut verkraftet habe. Mittwochabend hatte ich einen kurzen Schwächeanfall (Sushi, ein kleiner Quinoa-Salat, Käse, Erdnüsse und alles schön durcheinander), weil ich auch schon die Menge an Essen, also die Kalorienzufuhr, reduziert hatte. Donnerstag wollte ich das umgehen und habe mir zum Mittag Wraps und kernlose Trauben geholt. Abends hatte ich das gleiche Problem wieder und musste dem mit Karotten und einer Scheibe Brot mit Butter entgegen wirken. Freitag war dann der erste Tag Fasten angesagt, bei dem es hauptsächlich um die Darmentleerung geht. Hierfür gibt es je nach Typ unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl. Zunächst habe ich Rizinusölkapseln und Pflaumensaft verwendet, am Tag drauf habe ich Bittersalz eingesetzt. Der Effekt war in etwa der gleiche. Als Ausgleich und zur Unterstützung empfiehlt sich Heilerde. Pluspunkt: Nach dem Fasten, kann sie auch sehr gut als Gesichtsmaske eingesetzt werden 🙂 Fazit nach den ersten Fastentagen: Kein Schwächeanfall, kein Schwindel, aber ein wenig matter (was sich sehr angenehm anfühlt) als gewöhnlich. Ganz ohne Essen finde ich es dennoch schwierig, besonders an Arbeitstagen, weshalb ich sehr dazu tendiere spätestens ab morgen langsam auf ein anderes Programm wie z.B. die Schroth-Kur umzusteigen bzw. inspiriert davon zwei bis drei kleine Mahlzeiten in die weiteren Fastentage einzubauen. Schon an dieser Stelle muss ich feststellen, dass besonders in der häuslichen Umgebung und neben dem Alltag eine Fastenkur strikt nach Lehrbuch für mich nicht optimal ist.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Heilfasten sind demnach ganz gut und Sport während dessen geht auch. Ich finde es bisher sehr empfehlenswert, auch wenn ich schon das Sparprogramm an den drei Entlastungstagen schwierig fand und die Vorstellung auf Essen zu verzichten zunächst fast unmöglich war, da das in meinen Augen absoluter Wahnsinn ist (es gibt so viel leckeres Essen und das war mir schon davor vollkommen bewusst, also WARUM faste ich nur???), kann ich dennoch sagen, dass es sich sehr gut anfühlt auch mal bewusst auf Essen verzichten zu können und dem Körper damit ein wenig Entlastung und Entschlackung zu schenken.

Nächster Blogartikel zum Fasten und Fastenbrechen voraussichtlich am 15.07.2018.

Fotostrecke: Hannah von Träum Weiter ♥

Leben und Alltag: Der perfekte Tag oder über das bewusste Leben

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, was für Euch der perfekte Tag wäre?

Für mich wäre das: Zunächst einmal aufwachen ohne dass der Wecker klingelt, mich noch gemütlich eine halbe Stunde im Bett breit machen und dieses unbeschreibliche Morgengefühl genießen. Dieses Gefühl, dass der Tag noch nicht richtig begonnen hat und ich es in der Hand habe wann der Tag tatsächlich losgeht. Dieses Gefühl, wenn meine Augen sich noch schläfrig an die Helligkeit gewöhnen und ich es genießen kann, dass mein Kissen noch genauso bequem ist wie beim Einschlafen, ich meinen Kopf darin vergrabe, tief atme und bewusst wahrnehme wie in dem Moment meine Glieder so langsam aufwachen, meine Beine sich bewegen, ich die Decke mit ihnen umschließe und mich nochmal gemächlich auf die andere Seite wälze während ich mit vollem Bewusstsein meine Augen wieder schließe. Irgendwann würde ich gemütlich aufstehen, mir einen Kaffee oder Tee machen (je nachdem auf was ich Lust habe) und würde mich endlich dem großen Stapel Zeitschriften (ich mag diesen Stapel, denn er ist ein so natürliches Accessoire, dass es im Grunde keines ist) widmen, der an der Wand lehnt. Ich würde blättern, lesen, Notizen machen, zeichnen, was auch immer. Später würde ich mir ein schönes Frühstück zaubern – mit allem was dazugehört und jeden Bissen genießen. Mit der Kamera im Blick würde ich mich für einen ausgedehnten Spaziergang richten, bei dem ich fotografiere, was mir gefällt, würde alles um mich herum aufsaugen als wäre ich ein großer Schwamm und mir all die schönen Momente in mein Innerstes meißeln, damit ich sie nicht vergesse. Ich würde mir an diesem einen perfekten Tag bewusst machen, dass es so viele schöne Dinge gibt, die ich erleben und genießen kann, ich würde mir bewusst machen, dass es an mir liegt diese Dinge zu sehen. Ich würde mir bewusst machen, dass es die Möglichkeit gibt das Leben zu genießen, ich würde mir bewusst machen, dass ich genießen kann. Ich würde mir bewusst machen, dass ich es in der Hand habe das zu genießen, was ich genießen möchte.

Und am Ende dieses einen anderen Tages würde ich am Schreibtisch sitzen und darüber schreiben wie für mich ein perfekter Tag aussehen würde, würde zu der Erkenntnis kommen, dass alles was mir danach über das Erleben und Genießen bewusst sein sollte, schon längst bewusst ist.

Inwieweit ich es schaffe tatsächlich den Stapel Zeitschriften zu bewältigen (denn er ist nicht gerade klein), ist zweitrangig, denn es zählt das Bewusstsein darüber, dass ich in meinen Alltag integrieren kann was ich möchte, womit ich mich wohlfühle, was mich weiterbringt, entspannt oder zur Ruhe kommen lässt, ob nun ein Spaziergang, ein Artikel in einer Zeitschrift, ein Buch, eine Begegnung, ein Film, ein Essen… Sich dessen bewusst zu sein, ist Geschenk genug.

Was genießt ihr bewusst? Oder was wäre für Euch der perfekte Tag?