Let’s talk about… Wachsen

Bei dieser Art wachsen, geht es nicht um die Methode an Beinen oder anderen Körperstellen Haare zu entfernen. Es geht um ein wenig mehr. Wachsen eben.

Ich wachse gefühlt gerade…

  • aus meinen Schuhen
  • aus meinen Gedanken
  • aus meinem Leben
  • aus meinem Blog
  • eben aus allem

Und wo wachse ich rein?
Ich habe absolut keine Ahnung und stelle mir gerade folgende Fragen:

Was möchte ich erreichen und wie? Wo stehe ich und fühle ich mich dort wohl? Wo liegen meine Stärken und wie kann ich sie ausbauen? Was möchte ich verändern? Was schmeckt mir in meinem Leben nicht und was ganz besonders?

Bezogen auf den Blog ergeben sich weitere Fragen:

Passt das Konzept und der Name noch zu mir? Was bewegt mich so sehr, dass ich darüber schreiben möchte? Welchen Mehrwert kann ich durch das Schreiben für mich und meine Umwelt erbringen? Ist es Zeit etwas Neues/Größeres zu beginnen?

So viele Fragen und bisher keine Antworten.

Und was ist Wachsen nun?

Als Kind waren es die drei Zentimeter Körpergröße mehr. Als Erwachsener ist Wachsen nicht mehr ganz so selbstverständlich. Wachsen ist dann eher mit Anstrengung und der Suche nach neuen Möglichkeiten der Selbstentfaltung und – verwirklichung verbunden. Diese können unterschiedliche Formen annehmen. Manche Menschen entscheiden sich für Familie und Kinder, andere für die Selbstständigkeit, wieder andere dafür Hobbies auszubauen und zu leben. Die Formen können sich natürlich auch überschneiden. Allen inbegriffen kann das Wachsen auch die Persönlichkeit betreffen. Was gefällt mir an mir nicht? Was möchte ich an mir stärken/was ablegen? Wohin möchte ich mich persönlich entwickeln?

Hast Du dich auch schon mal mit Wachsen beschäftigt? Wie hast Du das für Dich erlebt?

Foto: caropunktdesign.com

Von Vielleichts und einem Eis am Boden…

Manchmal habe ich das Gefühl alles falsch gemacht, mich falsch entschieden, alles falsch angefangen zu haben. Und dann ist es Sonntag, die Sonne scheint, und ich möchte einfach nur raus. Entspannen, Rad fahren, irgendwo gemütlich sitzen, zeichnen, Eis essen und den langsam beginnenden Sommer, die ersten warmen Tage, genießen. Dann geht das Gefühl weg.

Was davon bleibt?

Nichts.
Nur die Gewissheit, dass das Gefühl manchmal etwas falsch gemacht, falsch entschieden oder falsch angefangen zu haben nur reflektiert so scheint. Es wird schließlich von der Gewissheit eingeholt, dass ich ohne all diese vermeintlichen Fehler, angeblich falschen Entscheidungen und die scheinbar falschen Anfänge, vielleicht nicht dort wäre wo ich heute stehe.
Ich vielleicht nicht sonntags bei Sonnenschein und mit einem Lächeln im Gesicht auf mein Rad steigen würde um irgendwo Freunde zu treffen. Ich vielleicht nicht in einem, auf dem Gehsteig liegenden, Eis ein Fotomotiv sehen würde (das mich zu diesem Artikel inspiriert hat). Ich vielleicht nicht der Mensch wäre, der ich heute bin, mit einem leckeren Soja-Vanille-Eis in der Hand, das glücklicherweise nicht auf der Straße gelandet ist. Ich vielleicht nicht alles richtig gemacht habe, aber aus allem Falschen das möglichst Beste und damit vielleicht genau das Richtige.

Vielleicht.

Der Weg: Vorbereitung und Gedanken zum Camino Portugues | Tipps für Wanderanfänger

Die Füße sind weich von der Hirschtalgcreme, die Druckstellen an den Fersen sind mittlerweile ein dauerhafter Bestandteil meines Fußes. Es gibt keine Blasen mehr, aber eben kleine Druckstellen. Für den möglichen Regenschauer ist eine geliehene Regenhose vorgesehen. Der Regenponcho ist im Rucksack. Es scheint als wären alle Vorbereitungen getroffen. Trockene Kleidung. Weiche Füße. Keine Blasen. Einen Moment lang denke ich, dass ich an alles gedacht habe, was auf dieser Wanderung von Belang sein könnte. Einen Moment wiege ich mich in Sicherheit. Einen Moment. Nichts von den hilfreichen Vorbereitungen kann mich aber auf das vorbereiten was mich erwarten könnte. Kein Tape oder Schmerzgel und auch keine Regenhose kann mich davor bewahren was beim Gehen an die Oberfläche gelangen könnte. Auf dem Weg: dem Camino Portugues. Beim Gehen. Vollkommen bei mir. All das was kommen könnte wartet auf den unachtsamen Moment, in dem ich alles ablege, was mich scheinbar und vielleicht schützt. Nichts kann mich in dem Moment (be)schützen, auch keine Regenhose oder die wochenlange Vorbereitung auf diese lange Wanderung. Ob ich das möchte oder nicht.
Aber eines ist klar: Ich kann nicht darüber hinweg gehen.
Mit einer Hand fahre ich an den weichen Sohlen meiner Füße entlang, während mich das Gefühl überkommt, dass ich alles andere als vorbereitet bin – trotz Regenhose, trotz wochenlangem Laufen in den Wanderschuhen, trotz der Fußcreme und dem Tape in der Tasche.

Das sind die Momente, in denen ich merke, dass alle Vorbereitung nur verhindern kann, dass ich Blasen bekomme und durchnässt von einer Station zur anderen gelange. Was sonst auf mich wartet, weiß ich nicht und das macht es so unheimlich spannend, dass ich schon wieder Vorfreude empfinde – egal was passieren mag.

Anbei ein paar persönliche Tipps für alle Wanderbegeisterten

  1. Wanderschuhe
    Vorüberlegungen: Welche Jahreszeit? Wasserdicht oder aus Leder? Welcher Untergrund beim Wandern? Lass Dich hierzu im Laden beraten und probiere unterschiedliche Modelle an. Laufe ein wenig in Deinen Favoriten. Manche Läden haben hierfür extra Brücken oder steinige Untergründe zum Testen. Fragen, die Du dir stellen kannst: Welcher fühlt sich auf Anhieb gut am Fuß an? Welcher drückt schon nach ein paar Minuten? Nicht jeder Fuß ist gleich, sodass Du auch für Deinen das passende Paar finden darfst.
  2. Laufen
    Laufe Deine Wanderschuhe Stück für Stück und mit immer längeren Touren ein: Zu Hause, auf dem Weg ins Büro, beim Spazierengehen mit einer Freundin, Halbtagestour. Wenn Du deine Schuhe bei der ersten Wanderung über eine längere Strecke trägst, können Blasen auftreten. Zeit und Geduld hilft da, genauso wie die möglichen Problemstellen schon vorher oder bei der ersten leicht schmerzenden Druckstelle mit Tape abzukleben. Ich hatte selbst nach jeder Tour am Anfang Blasen an den Füßen und war kurz davor die Schuhe zu wechseln. Es hat schließlich aufgehört und nun sind es maximal Druckstellen. Hier ist aber jeder Schuh und Fall unterschiedlich.
  3. Hirschtalgcreme
    Die Creme macht die Füße geschmeidig und weniger anfällig für Blasen. Mit dem Eincremen kannst Du schon einige Wochen vorher anfangen. Ein Mal täglich, am besten vor dem Laufen, reicht.
  4. Ausrüstung
    Überlege Dir genau was Du in Deinen Wanderrucksack einpackst. Zu viel Gepäck ist auf Dauer schmerzhaft. Ca. 10% Deines Körpergewichtes sollten in den Rucksack inklusive Wasser (1-3 Liter je nach Länge des Wanderwegs).
  5. Rucksack
    Probiere unterschiedliche Rucksäcke an und lass Deinen Körper bzw. Rücken entscheiden welcher am besten passt. Gehe ein paar Runden im Laden und lass Dich beim Einstellen des Rucksacks beraten. Von Onlinekäufen würde ich persönlich wie bei Wanderschuhen abraten.
  6. Google
    Was Du nicht weißt und was Du auch hier bei den Tipps finden kannst, google. Es gibt viele Blogs, Magazine oder auch Outdoor Onlineshops, die tolle Tipps zum Thema Wandern, Blasen, Routen, Wanderschuhe, Ausrüstung & Co. haben:
    hillwalktours
    trekkinglife
    wander-pfade

Auf das was Du nicht vorbereitet bist und auch nicht vorbereitet sein kannst, ist das was bei der Wanderung, beim Gehen alleine weit weg von zu Hause, passiert. Dazu mehr in einem folgenden Blogartikel mit Gedanken, Fragen und höchstwahrscheinlich ohne Antworten.

Herzlich ♥ Caro

Foto: Naturreservat Divoka Sarka, Prag, Tschechien

Die Kunst des Bloggens: 7 Tipps zum Thema Bloggen

Manchmal habe ich ein Thema im Kopf, manchmal sprühe ich vor Kreativität und Ideen, manchmal ist mein Bloggerhirn aus und es ist einfach still – so wie jetzt. Die Gedanken zum neuen Beitrag kreisen zwar als Fetzen in meinem Kopf herum und ich weiß genau wie der Beitrag werden soll oder zumindest was ich damit transportieren oder welche Gedanken ich darin verpacken möchte, aber ich schaffe es nicht den Artikel zu schreiben. Es herrscht gähnende Leere in meinem Bloggerkopf und ich sehne mich geradezu nach dieser Ruhe, den seltenen Momenten in denen ich mal nicht über den nächsten Artikel nachdenke. So sehr ich das Bloggen liebe, weil es ein großartiger und bereichernder Bestandteil meines Lebens geworden ist, den ich nicht mehr missen möchte, so sehr wünsche ich mir manchmal, dass ich nicht jede kleinste Inspiration, Idee oder jeden Gedanken mental in einen Blogartikel umwandle. Zeitweise käme dabei absoluter Mist raus, ab und an braucht ein Thema Zeit um zu reifen und des öfteren verwerfe ich Ideen, wenn ich nicht wirklich weiter komme. Doch wie schaffe ich es Wichtiges von Unwichtigem zu trennen um meinen Anspruch zu erfüllen? Den Anspruch, dass der Blogartikel in irgendeiner Weise Substanz hat, Mehrwert bietet oder zumindest wortgewandt, provokant, inspirierend und/oder eine angenehme (manchmal geradezu therapeutische) Nebenwirkung hat. Ein Patentrezept dafür gibt es wohl kaum. Aber einige Grundgedanken oder Fragen helfen mir (und vielleicht auch Dir), dass ich nicht aus jeder kleinsten Mücke ein ausschweifendes, wortgewaltiges Orchester von Sätzen produziere, die am Ende keine Melodie ergeben. Meine Gedanken dazu habe ich Dir (vorerst) in sieben Tipps zum Thema Bloggen zusammen gefasst.

Eine kleine Anleitung für Blogartikel

  1. THEMA: Du hast ein Thema das Dich beschäftigt? Schreibe darüber und reichere es mit Beispielen, interessanten Situationen oder ursprünglichen (Grund)Gedanken an. Berufe Dich hierbei ggf. auf andere Artikel, eigene Erlebnisse oder eigene Recherchen.
  2. PROBLEME MIT LÖSUNG: Du hast etwas auf dem Herzen? Versuche Empathie herzustellen und zeige eigene Lösungswege auf. Wo ein Problem ist gibt es auch meist eine Lösung.
  3. ROTER FADEN: Du denkst Dein Thema ist eventuell etwas sinnfrei und ohne wirklichen roten Faden? Finde eine passende Analogie oder eine komische Situation, die das Thema in eine runde Sache verwandelt.
  4. UNWOHLSEIN BEIM SCHREIBEN: Du hast Angst über ein für Dich wichtiges Thema zu schreiben oder fühlst Dich beim Schreiben des Artikels unwohl? Lass es oder lass es zumindest eine Weile liegen. Dann bist Du noch nicht soweit das Thema aufzugreifen oder die Gedanken dazu müssen noch etwas reifen.
  5. EINSTIEG: Du findest ein supertolles Thema und bist mehr als motiviert einen Artikel zu verfassen aber findest keinen passenden Anfang? Schreibe es genau so. Absolute Ahnungslosigkeit wie Du mit dem Artikel zu Thema XY beginnen sollst ist besser als die gezwungen schön klingende Worte aus dem Allerwertestes zu ziehen, die sich dann genau so anhören als hättest Du sie daher.
  6. VIELE IDEEN: Du weißt vor lauter tollen Ideen oder Themen gar nicht mehr wo Dir der Kopf steht? Mach Dir eine Liste mit Deinen Ideen und schreibe darüber wie Dir danach ist.
  7. EINFACH SCHREIBEN: Dir geht es wie mir gerade und Du merkst dass Dein Artikel noch Zeit braucht um zu reifen, Du möchtest aber dennoch etwas schreiben, weil Du Lust dazu hast? Krame ein Thema aus Deinem übergroßen Topf mit Ideen und beginne einen Artikel darüber zu schreiben.

Sieben Tipps und ich bin noch lange nicht am Ende. Mal sehen wann der nächste Artikel zum Thema Bloggen einen Weg auf meinen Blog findet 🙂 Was noch alles wichtig sein könnte, findest Du bei diesen Tipps rund ums Bloggen.

Du hast Fragen oder möchtest generell etwas über das Bloggen wissen?
Schreibe mir – ich helfe gerne weiter!

Herzlichst ♥ Caro

Ein freier Tag: Von großen Hüten und Pusteblumen | Fotografie

Ein freier Tag. Ein Tag voller Möglichkeiten. Für viele Menschen eine angenehme Abwechslung zum Alltag. Ein Stück Freiheit fernab von allem. Freiheit alles unternehmen zu können: Ausschlafen, sich vom Bett auf die Couch begeben, Filme schauen, in die Therme oder spazieren gehen, zur Ruhe kommen, entspannen, die Seele baumeln lassen, schlemmen und den Tag genießen. Es ist ein freier Tag. Ohne Verpflichtungen. Ohne Ziel. Ohne Zeit.

Für mich ist ein freier Tag mehr als das. Ich würde jeden freien Tag, wie auch schon fast alle Tage unter der Woche, gerne in persönlich kompatible Aktivitätseinheiten (Zeiteinheiten funktionieren nicht) einteilen und diese gerne unter einen Hut bringen. Aber bitte einen ganz großen, mit breiter Krempe unter der sich Falten bilden können für noch mehr Luft für all das was am Rande angedacht dann doch noch Platz findet. Dieser Hut passt auf keinen Kopf und würde beim ersten Windstoß weggeblasen. Mit Leichtigkeit. Ohne Mühe. Ohne eine Möglichkeit ihn festzuhalten.

Wenn der Hut etwas kleiner ausfällt, sind Entscheidungen relevant. Am besten Bauchentscheidungen mit einer Brise Fragen: Was habe ich länger nicht gemacht? Scheint die Sonne? Ist mir nach daheim im Bett kuscheln oder Rausgehen? Wo ist die Kamera? Ist der Akku geladen? Speicherkarte! Und dann gehen. Gehen ist immer eine gute Entscheidung, auch am ersten Mai, wenn alle Menschen das Spazieren gehen plötzlich wieder für sich zu entdecken scheinen. Auch dann ist Gehen eine Option. Mit Kamera. Ohne Ziel. Ohne Zeit. Ohne ein Motiv im Kopf, was unbedingt fotografiert werden muss. Der Weg. Die Natur. Die Pusteblumen. Auch die, bei denen ein paar von den Samen fehlen. Es sind trotzdem Pusteblumen.

Das ist der Moment. Alles andere ist in diesem Augenblick ganz klein und passt unter einen Fingerhut. Einen ganz kleinen. Alles was zählt ist der Gedanke zu der Pusteblume mit fehlenden Samen, die in ihrer Unvollkommenheit so vollkommen scheint. Im Nachhinein, so vollkommen wie der freie Tag.

Kolumne: Let’s talk about… Gepäck

Gepäck für Prag
1 kleiner Rucksack
1 kleine Tasche

Gepäck, das vollkommen ausreicht für einen 3-tägigen Städtetrip und im Grunde auch im Leben. Wie viel kann ein Mensch tragen ohne das Gleichgewicht zu verlieren oder unter dem Haufen an Dingen zu ersticken? Oder ohne sich zu fragen, ob es vielleicht an der Zeit wäre Ballast abzuwerfen – sei es materiell, emotional oder mental?

Schon im Bus nach Prag merke ich, dass ich in allen Fällen die richtige Entscheidung getroffen habe und reflektiere 11 Jahre zurück zu einer Zeit in der ich mir tatsächlich Gedanken über unterschiedliche Accessoires gemacht habe, die ich im Urlaub zu dem einen oder anderen Outfit tragen kann.

Teneriffa 2008 – 14 Tage
Die Accessoires sind in einem extra Täschchen, das Make-Up in einem anderen und die Hygieneartikel kommen in den Kulturbeutel (zumindest so viele wie rein passen). Nun sind mindestens schon 15% des Koffers mit Dingen belegt, die vielleicht nur zu 20% genutzt werden. Tops, T-Shirts, Kleider, Hosen, Bikinis (mindestens 3), Schuhe (und davon mindestens fünf Paar), Unterwäsche, Socken, zwei Handtücher. Beim Schließen des Koffers knie ich mich auf den Deckel und bekomme ihn mit aller Kraft auch endlich zu. Kurz vor Abflug: Hätte ich doch noch diese Ohrringe oder dieses Oberteil mit eingepackt. Der übervolle Koffer ist mittlerweile im Frachtraum und ich ärgere mich, dass ich nicht vorher daran gedacht habe. Am Ende des Urlaubs hatte ich maximal 60% des Inhalts benutzt oder getragen. Die restlichen 40% waren unnötiger Ballast und vollkommen überflüssig.

Prag 2019 – 3 Tage
Ob ich die Kamera mitnehmen soll? Die Handykamera reicht sicher. Zwei T-Shirts, Schlafsachen, ein Pulli, ein Paar Sommerschuhe, etwas Unterwäsche und Wandersocken. Mascara? Mal für den Fall der Fälle. Die kommt zur Zahnbürste in ein kleines Täschchen in dem sich auch Shampoo & Co. befinden. Noch kurz die Tickets in die Tasche mit Geldbeutel und Handy. Fertig!

11 Jahre und ein himmelweiter Unterschied. Von Konsum und noch mehr Gepäck zu Minimalismus und Freiheit. Freiheit, die sich nicht nur im kleinen Gepäck widerzuspiegeln scheint, sondern auch im Leben. Hier und da blitzt etwas Ballast auf, kommt zum Vorschein, dringt durch mich durch und wird wieder in eine Schublade aus Luft gepackt, in der sich all das Gerümpel befindet, welches mittlerweile nicht mehr viel Gewicht hat. Mir zu überlegen, welches Gewicht mich ausbremst oder eher voran bringt, hat mir dabei geholfen mein Paket auf dem Rücken zu verkleinern und leichter zu machen. Nicht nur für Urlaube, sondern auch im täglichen Leben.

Wie es geht weniger Gepäck zu tragen?

Eine kleine Anleitung
1) Überlege was Du brauchst und was nicht. Was ist funktional und was ist Schnick-Schnack? Was bremst Dich beim (Weiter)Gehen?
2) Was Du nicht brauchst legst Du beiseite oder in eine metaphorische Schublade. Es ist immer noch da, aber nicht mehr auf Deinen Schultern.
3) Gehe und erlebe wie sich das Laufen mit Deinem Gepäck anfühlt? Besser? Leichter? Vermisst Du etwas?


Über Angst…

Die Angst schnürt ihr die Kehle zu.

Sie überlegt… Was wäre wenn das oder jenes passiert? Was ist wenn sie zusammen bricht? So weit weg von zu Hause, weit weg von der heimeligen Atmosphäre, die sie zu beschützen scheint, so warm und voller Geborgenheit mit allem Gewohnten, dem Mix aus „ich könnte, aber muss nicht…“ und sie muss doch gar nichts. Nur sein. Daheim sein und am Rande fast ungesunder Isolation von jedem und allem ihr Leben weiterleben ohne das, was sie woanders erwarten könnte. Sie hätte nichts zu befürchten, keine Angst vor dem Unbekannten, dem Neuen, dem vielleicht Großartigen, vielleicht Beängstigendem. Nichts. Nur weiße Wände ohne Leben, ein warmes Bett, ein Alltag ohne Angst. Eine schöne Vorstellung. Was sie erst viel später begreift: Sie hat eine Angststörung.

Wer ist sie?

Sie ist ein früheres Ich. Ein Ich, dass sich gut zwei Jahre später in einem Flugzeug in die USA befindet, allein. Ein Ich, dass sich zwei Wochen mit einem riesigen Auto von Vegas aus auf den Weg die Westküste entlang begibt, mit Abstechern in traumhaften Nationalparks, als Badezimmer jeden Waschraum in einem Supermarkt als das eigene annimmt, das Auto auf Parkplätzen als Schlafzimmer umfunktioniert, in den Grand Canyon wandert, am Strand von Santa Monica nach einer Joggingrunde duscht, den Moro Rock im Sequoia National Park, trotz unheimlicher Höhenangst, hoch läuft. Ein Ich, das fern von Zuhause die natürliche Schönheit genießen kann und wie ein Schwamm alle Eindrücke in sich aufsaugt als hätte es nur darauf gewartet diese zu sehen und zu erleben. Ein Ich, dass sich vor kurzem einen Reiseführer für einen kurzen Städtetrip durch Prag gekauft hat, ein Ich, dass demnächst den Camino Portugues läuft – beides alleine. Ich.

Wer weiß, ob die Ängste anderer nicht ausschließlich unsere eigenen sind, die wir uns gedanklich heranziehen und nähren, dass es uns unmöglich scheint darüber hinweg zu blicken. Die eigenen Ängste sind vielleicht nur Schall und Rauch, die sich im Nichts auflösen, wenn wir beginnen sie zu ignorieren, sie wegzuschieben oder auch zu akzeptieren und dennoch zu überschreiten. Dennoch haben Ängste oder zumindest das mulmige Gefühl eine Funktion: Schutz.

Um das gedanklich fortzuführen kannst Du dir folgende Fragen stellen:

1) Habe ich Angst, weil ich mir die schlimmsten Situationen ausmale?
2) Habe ich Angst, weil ich damit ein schlechtes Erlebnis verbinde?
3) Habe ich Angst, weil es mir mein Körper signalisiert? (das bekannte mulmige Gefühl)
Zuletzt: Habe ich Angst, weil jemand anders/Etwas mir diese Angst eingeflößt hat? (an dieser Stelle Fragen 1) bis 3) durchgehen)

Das sind die Fragen, die ich Dir aus meiner persönlichen (Angst)erfahrung mit auf den Weg geben kann. Wie ich schließlich feststellen musste, als ich am Grand Canyon (also am Arsch der Welt) mit einem kaputten Auto stand und dieses durch die Verleihfirma (und einem tollen Kundenservice) ersetzt bekam: Es kann der größte Mist passieren und es geht auch viele tausend Kilometer weiter – wie auch im normalen Leben.

Frei von Angst.
Frei von schlechten Gedanken.
Frei von Angst.

Foto: eigene Aufnahme, USA, Arizona, Grand Canyon, Skeleton Point

Leben & Alltag: Wie eine Seifenblase am Himmel…

Ich sitze am Tisch, im Hintergrund kommt ein wunderbar schnulziges Lied und ich frage mich ein Mal mehr warum ich blogge. Die einfache Antwort wäre „…weil ich es liebe“. Doch was genau liebe ich daran? Was sind die wunderschönen Momente und Augenblicke, die ich so sehr schätze, dass ich mich fern von Arbeit, Alltag & Co. noch an den Laptop verfrachte? Vielleicht das Gefühl genau in dem Moment befreit zu sein von genau all dem. Vielleicht weil ich es auf eine verdrehte und nicht nachvollziehbare Weise als ein Bestandteil meines Lebens und nicht als Arbeit sondern Freizeit betrachte. Vielleicht weil ich es wie eine große Seifenblase betrachte, die sich am Himmel befindet, durch die das Licht bricht und ich diesen Moment erlebe und seine Schönheit teile, weil ich im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt habe. Vielleicht ist es aber genau der eine Moment in dem ich anfange darüber zu schreiben.

Vielleicht.

Vielleicht ist es wie das Leben an und für sich, das wir hier und da in eine Blase hüllen möchten, die jegliche Farben offenbart und alles Schöne inne hat, das wir so sehr schätzen – ein Raum in dem alles möglich und nichts unmöglich erscheint. Vielleicht ist es ein Weg. Und da geht jeder seinen eigenen. Ab und an eben in einer großen Seifenblase am Himmel.

Und was passiert wenn sie platzt?

Dann bleiben Tropfen die ganz weich fallen und uns vielleicht einen noch besseren Blick ermöglichen, über die Seifenblase, Tropfen und den Himmel hinweg in das was wir außerdem noch sehen und genießen dürfen, was die Blase um wertvollen und inspirierenden Raum erweitert und sie schließlich Stück für Stück metaphorisch vergrößert. Wie schön doch Seifenblasen am Himmel (zum Fotografieren) sein können…

Was ist Deine Seifenblase?

Kolumne: Let’s talk about… Stillstand

Ich würde so gerne mal etwas Exotisches kochen – aber kann ich das überhaupt? Hmmm, die Pasta da sieht gut aus, mal sehen. Acht Minuten in der Mikrowelle – perfekt! Und mal was anderes als die übliche Lasagne.

Heute Abend mache ich auf jeden Fall Yoga und dehne mich ausgiebig zur Entspannung – aber habe ich dafür Zeit? Hmmm, ist die Couch bequem und meine Lieblingssendung kommt auch gerade. Sehr entspannend!

Mal mit dem Rucksack nach Indonesien und sehen was passiert – aber traue ich mich das? Hmmm, die Ferienwohnung in Italien ist so günstig dieses Jahr, die Nachbarn dort sind angenehm und der Pool ist so erfrischend und sauber.

Wie gerne würde ich mein Leben ein wenig ändern, nur ein bisschen – aber ist es so wie es ist nicht angenehm, sicher und unkompliziert?

So und anders könnten Gedanken und Fragen lauten, die sich wohl einige Menschen stellen, wenn nicht sogar mehr als nur einige. Fragen, die Selbstzweifel beinhalten, Ängste, Überlegungen über Zukünftiges, Zeit und monetäre Aspekte. Alles was zunächst eine spannende Grundüberlegung ist wird nachfolgend auf eine gewisse Art und Weise negiert. Es wird eine Begründung gesucht warum auf etwas Gewohntes und Vertrautes zurück gegriffen wird. Das ist der Moment, indem der Mensch still steht, wie erstarrt in seiner Angst, dass etwas Neues oder potentiell Spannendes nicht so gut sein, ihn an seine Grenzen bringen oder sein Leben gar komplizierter werden lassen könnte. Das soll nicht heißen, dass Stillstand etwas Schlechtes ist. Im Grunde ist es ein angenehmer Zustand, in welchem sich der Mensch wohl und geborgen fühlt, eine Komfortzone, die er sich geschaffen hat und in welcher er sich bewegen möchte. Ein Ort, der Sicherheit suggeriert, an dem kein Risiko eingegangen werden muss, ein Ort den wohl viele Menschen einem anderen, eher unbekannten Ort, bevorzugen.

Ausgehend von den vorangegangen Überlegungen stellt sich die Frage warum Menschen die Komfortzone so ungern verlassen. Warum scheuen sie Veränderungen oder Neues? Ist es tatsächlich die Angst, das Risiko, die Zeit? Oder ist es vielleicht viel mehr der Gedanke, dass das Unbekannte so weit weg, so unerreichbar, so unmöglich oder gar unrealistisch scheint (vielleicht auch wegen dem eigenen inneren Schweinehund), weil sie dafür tatsächlich einen Schritt aus ihrer Wohlfühlzone hinein in eine ihnen nicht vertraute Umgebung machen müssten? Und wenn das so sein sollte, wie kann man diese Hürde überwinden und sich bewegen und sein Leben somit ein wenig oder Stück für Stück verändern oder zumindest in Bewegung bringen?

Die einfache Antwort: Machen! Und das ohne Nachzudenken oder Begründungen zu suchen warum man es nicht machen sollte.

Du möchtest mal was Exotisches kochen? Such Dir ein Rezept raus (Internet, Kochbuch, Blogs,…), kaufe die Zutaten ein und lege los.
Du möchtest Yoga ausprobieren? Kauf dir eine Matte, gehe in einen Yoga-Kurs und atme ein und aus. Danach kannst Du immer noch auf die Couch.
Du möchtest mit dem Rucksack nach Indonesien. Lies Dir Erfahrungsberichte durch, such Dir schöne Routen heraus, kauf dir einen Reiseführer (da sind die meisten Infos drin, auch zwecks Impfungen, Kultur, Wetter, Kleidung, Bezahlmethoden, etc.) und buch die Flüge.

Du möchtest Dein Leben verändern, vielleicht Deine Einstellung dazu, Deinen Tagesablauf, Dein Wissen erweitern, mehr Sport machen?
Beginne damit und zwar jetzt. Nicht morgen, nicht in einer Woche, sondern jetzt. (Mehr dazu in einem folgenden Beitrag oder schon einmal hier in einem Artikel zum Thema Veränderungsprozess und Selbstoptimierung.)

Hast Du das Gefühl still zu stehen oder Dich zu bewegen? Wenn ja, welches der beiden und wie äußert sich das bei Dir?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar,
Herzlichst ♥ Caro


Ruhe: In meinem Schneckenhaus

Stellt euch eine Schnecke vor mit einem Schneckenhaus auf ihrem Rücken. Sie schleicht langsam und gemächlich den Weg entlang, genießt die Umgebung, schleicht langsam an Menschen vorbei (bzw. die Menschen hetzen an ihr vorbei), sie fühlt sich sicher und geborgen, denn sie hat eine Sache was die anderen nicht haben: Ein Schneckenhaus auf ihrem Rücken, in das sie sich zurückziehen kann wann immer sie möchte.

Die Schnecke bin ich.

Wann immer ich das Gefühl habe, dass mir irgendwas zu viel wird, wann immer ich denke, dass es Zeit für eine Ruhepause wird, wann immer ich der Meinung bin, dass alles um mich herum zu eindrücklich ist, gehe ich in mein Schneckenhaus. Da ist es warm und angenehm entspannt, ich finde Ruhe. Ich kann mich konzentrieren, entspanne mich und nehme das wahr was ich wahrnehmen möchte: Ein paar Buchseiten, einen Artikel, ein Lied, den Bleistift auf dem Skizzenblock neben meinem Bett, ein Gedanke, dem ich folge während ich in der Bahn, auf dem Bett oder sonstwo sitze, die Luft in der Umgebung oder in der Natur. Nichts kann mich in diesem Moment erreichen, alles andere ist nichtig und klein, nicht vorhanden, unsichtbar. Alles andere hat in diesem Moment keine Bedeutung.

Manchmal bin ich daheim, manchmal bin ich draußen – in meinem Schneckenhaus.

Hast Du auch ein Schneckenhaus? Wenn ja, wie sieht das aus?