Von Vielleichts und einem Eis am Boden…

Manchmal habe ich das Gefühl alles falsch gemacht, mich falsch entschieden, alles falsch angefangen zu haben. Und dann ist es Sonntag, die Sonne scheint, und ich möchte einfach nur raus. Entspannen, Rad fahren, irgendwo gemütlich sitzen, zeichnen, Eis essen und den langsam beginnenden Sommer, die ersten warmen Tage, genießen. Dann geht das Gefühl weg.

Was davon bleibt?

Nichts.
Nur die Gewissheit, dass das Gefühl manchmal etwas falsch gemacht, falsch entschieden oder falsch angefangen zu haben nur reflektiert so scheint. Es wird schließlich von der Gewissheit eingeholt, dass ich ohne all diese vermeintlichen Fehler, angeblich falschen Entscheidungen und die scheinbar falschen Anfänge, vielleicht nicht dort wäre wo ich heute stehe.
Ich vielleicht nicht sonntags bei Sonnenschein und mit einem Lächeln im Gesicht auf mein Rad steigen würde um irgendwo Freunde zu treffen. Ich vielleicht nicht in einem, auf dem Gehsteig liegenden, Eis ein Fotomotiv sehen würde (das mich zu diesem Artikel inspiriert hat). Ich vielleicht nicht der Mensch wäre, der ich heute bin, mit einem leckeren Soja-Vanille-Eis in der Hand, das glücklicherweise nicht auf der Straße gelandet ist. Ich vielleicht nicht alles richtig gemacht habe, aber aus allem Falschen das möglichst Beste und damit vielleicht genau das Richtige.

Vielleicht.

Kolumne: Let’s talk about… Selbstfindung

Gestern lief ich mit meinen Wanderschuhen in die Stadt. Ich versuche sie aktuell bei jeder Gelegenheit zu tragen um beim Camino Portugues nicht durch üble Blasen und den damit verbundenen Schmerz ausgebremst zu werden. Der Weg in die Stadt zum Treffen mit Lotta (lebenstattstreben) im Katzentempel (ein süßes kleines veganes Café nahe der Leipziger Innenstadt) hat sich dann zu einer Mischung aus Freude am Gehen und einer Konfrontation mit der Realität entwickelt. Vor einer Kneipe nahe des Hauptbahnhofs stehen zwei Männer mit ihrem Bier, direkt am Hauptbahnhof entdecke ich einen bärtigen, betagten Mann. Es ist nicht ganz 12 Uhr. Er steht in der Nähe seines schwarzen Rucksacks mit vier Bierflaschen Sternburg auf dem Fenstersims oberhalb diesem vor dem Eingang an der Ostseite. Es trifft mich und auch wenn ich nicht urteile, versetzt es mir einen Stich. Warum? Was ist da passiert? Was ist schief gelaufen? Der Bart schweigt und ich laufe weiter. Laufen. Schritte. Ein Fuß vor den anderen setzend. Gehen. Und meine Gedanken führen mich zurück zu der Wanderung, dem Camino Portugues, und dem großen Thema, dass viele Menschen damit verbinden, wenn sie davon hören:

Selbstfindung.

Wenn ich davon erzähle kommt meist die Frage auf, ob ich diesen Weg gehe um mich selbst zu finden. Und jedes Mal meine einzige Antwort: Ja, vielleicht. Primär möchte ich wissen wie es ist 14 Tage am Stück zu wandern. Ich möchte wissen was passiert. Über Selbstfindung denke ich schon länger nicht mehr nach, außer ich werde danach gefragt. Vielleicht weil es für mich kein Thema ist, vielleicht weil ich nicht weiß, ob ich mich noch finden muss, weil ich mich schon gefunden habe. Weil mir bewusst ist, dass ich mich nicht darin finde was ich tue, sondern wie ich mein Leben lebe, wer ich war und wohin ich mich entwickelt habe, wie ich denke, was mich berührt, beschäftigt, mich im tiefsten Inneren bereichert, glücklich macht und meinen eigenen Weg gehe ohne mir von anderen sagen zu lassen, dass ich das nicht kann oder eh nicht zu Ende bringe oder vielleicht nicht gut genug bin um dieses oder jenes zu schaffen.

Drauf geschissen!

Selbstfindung ist ein Prozess, der sich über Jahre hinziehen kann bzw. hinzieht, mit Höhen und Tiefen, Schmerzen, guten Gefühlen, Fehlern, Fallen, Aufstehen und dem darauf folgenden Bewusstsein, trotzdem seinen Weg zu gehen mit all seinen Hürden, vermeintlichen Grenzen und dem Wissen, das jeder Schritt näher zu einem selbst führt, so hart und schwer er auch manchmal sein mag. Wenn ich in vielen Jahren an der Ostseite des Hauptbahnhofs zu finden bin, mit einem schwarzen Rucksack und leeren Bierflaschen auf dem Fenstersims, bin ich mir wie heute der Tatsache bewusst, dass ich eine Wahl habe und mein Leben so leben kann wie ich es möchte. Das war der Stich, den ich zuvor bei dem bärtigen Mann verspürt hatte. Das Gefühl, dass er vielleicht keine Wahl hat oder hatte, trotz dass mir insgeheim bewusst ist, dass wir (fast) immer eine Wahl haben den Weg zu gehen den wir möchten

Fast.
Immer.
Der eigene Weg.

Dass er leicht wird hat nie jemand behauptet.

Foto: Hannah von Träum Weiter

(Plastik)Müll und keine anderen Katastrophen | Umweltbewusstsein

Manchmal braucht es einfach keine Worte.

Wer doch mehr Worte möchte: Der Spaziergang um meine Wanderschuhe einzulaufen (nächste Wanderung: Porto > Santiago de Compostela ~ 215 km) hat ganz unschuldig und ohne weitere Intention angefangen. 100 m nach den ersten Schritten vom Geschäft Richtung nach Hause (insgesamt dann knapp eine Stunde laufen) hätte einem die Galle rückwärts hochkommen oder im Hals stecken bleiben müssen. Zwei Tüten und etliche andere Plastikverpackungen später habe ich mich tatsächlich gefragt: Wer wirft das weg ohne weiter darüber nachzudenken? Wer geht in die Verantwortung, diesen Müll als seinen deklarieren zu wollen? Wer macht das in seinem Lebensraum? Menschen. Menschen die dieser Handlung entsprechend wohl auch ihren Müll in den eigenen vier Wänden einfach neben den Couchtisch fallen lassen und wenn sie es nicht machen: Warum dann draußen in der Umwelt in der sie sich bewegen?

Auch wenn der Fokus beim Nachhauseweg woanders lag, habe ich es nicht geschafft über diese unfassbare Unachtsamkeit hinwegzusehen. Es brodelt, es kocht und ich weiß nicht wohin damit. Der ganze Müll und meine Wut darüber ist im nächsten Abfalleimer gelandet. Die Priorität die Wanderschuhe einzulaufen wird mit der gleichen Priorität behandelt, den Müll von Umweltverschmutzern einzusammeln, mit den eigenen Händen aufzusammeln und zu entsorgen.

Mehr dazu folgt demnächst. Ich bin gespannt auf Eure Kommentare.

Herzlichst ♥ Caro

Kolumne: Let’s talk about… Stillstand

Ich würde so gerne mal etwas Exotisches kochen – aber kann ich das überhaupt? Hmmm, die Pasta da sieht gut aus, mal sehen. Acht Minuten in der Mikrowelle – perfekt! Und mal was anderes als die übliche Lasagne.

Heute Abend mache ich auf jeden Fall Yoga und dehne mich ausgiebig zur Entspannung – aber habe ich dafür Zeit? Hmmm, ist die Couch bequem und meine Lieblingssendung kommt auch gerade. Sehr entspannend!

Mal mit dem Rucksack nach Indonesien und sehen was passiert – aber traue ich mich das? Hmmm, die Ferienwohnung in Italien ist so günstig dieses Jahr, die Nachbarn dort sind angenehm und der Pool ist so erfrischend und sauber.

Wie gerne würde ich mein Leben ein wenig ändern, nur ein bisschen – aber ist es so wie es ist nicht angenehm, sicher und unkompliziert?

So und anders könnten Gedanken und Fragen lauten, die sich wohl einige Menschen stellen, wenn nicht sogar mehr als nur einige. Fragen, die Selbstzweifel beinhalten, Ängste, Überlegungen über Zukünftiges, Zeit und monetäre Aspekte. Alles was zunächst eine spannende Grundüberlegung ist wird nachfolgend auf eine gewisse Art und Weise negiert. Es wird eine Begründung gesucht warum auf etwas Gewohntes und Vertrautes zurück gegriffen wird. Das ist der Moment, indem der Mensch still steht, wie erstarrt in seiner Angst, dass etwas Neues oder potentiell Spannendes nicht so gut sein, ihn an seine Grenzen bringen oder sein Leben gar komplizierter werden lassen könnte. Das soll nicht heißen, dass Stillstand etwas Schlechtes ist. Im Grunde ist es ein angenehmer Zustand, in welchem sich der Mensch wohl und geborgen fühlt, eine Komfortzone, die er sich geschaffen hat und in welcher er sich bewegen möchte. Ein Ort, der Sicherheit suggeriert, an dem kein Risiko eingegangen werden muss, ein Ort den wohl viele Menschen einem anderen, eher unbekannten Ort, bevorzugen.

Ausgehend von den vorangegangen Überlegungen stellt sich die Frage warum Menschen die Komfortzone so ungern verlassen. Warum scheuen sie Veränderungen oder Neues? Ist es tatsächlich die Angst, das Risiko, die Zeit? Oder ist es vielleicht viel mehr der Gedanke, dass das Unbekannte so weit weg, so unerreichbar, so unmöglich oder gar unrealistisch scheint (vielleicht auch wegen dem eigenen inneren Schweinehund), weil sie dafür tatsächlich einen Schritt aus ihrer Wohlfühlzone hinein in eine ihnen nicht vertraute Umgebung machen müssten? Und wenn das so sein sollte, wie kann man diese Hürde überwinden und sich bewegen und sein Leben somit ein wenig oder Stück für Stück verändern oder zumindest in Bewegung bringen?

Die einfache Antwort: Machen! Und das ohne Nachzudenken oder Begründungen zu suchen warum man es nicht machen sollte.

Du möchtest mal was Exotisches kochen? Such Dir ein Rezept raus (Internet, Kochbuch, Blogs,…), kaufe die Zutaten ein und lege los.
Du möchtest Yoga ausprobieren? Kauf dir eine Matte, gehe in einen Yoga-Kurs und atme ein und aus. Danach kannst Du immer noch auf die Couch.
Du möchtest mit dem Rucksack nach Indonesien. Lies Dir Erfahrungsberichte durch, such Dir schöne Routen heraus, kauf dir einen Reiseführer (da sind die meisten Infos drin, auch zwecks Impfungen, Kultur, Wetter, Kleidung, Bezahlmethoden, etc.) und buch die Flüge.

Du möchtest Dein Leben verändern, vielleicht Deine Einstellung dazu, Deinen Tagesablauf, Dein Wissen erweitern, mehr Sport machen?
Beginne damit und zwar jetzt. Nicht morgen, nicht in einer Woche, sondern jetzt. (Mehr dazu in einem folgenden Beitrag oder schon einmal hier in einem Artikel zum Thema Veränderungsprozess und Selbstoptimierung.)

Hast Du das Gefühl still zu stehen oder Dich zu bewegen? Wenn ja, welches der beiden und wie äußert sich das bei Dir?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar,
Herzlichst ♥ Caro


Augenblick mal: Was ist Zeit und wo ist das Gefühl? | Leben & Fotografie

Das Bild für den Beitrag hatte ich gestern schon rausgesucht (es ist eines von meinem alten Blog – so viel zum Thema Zeit), aber konnte meine Gedanken zum Thema Zeit, auch wenn der Artikel damals auch um das Thema Zeit ging, nicht festhalten. Ich habe wohl noch Zeit gebraucht, alleine daheim, an meinem Küchentisch, mit dem Blick auf meine Kamera, die mich vorwurfsvoll anschaut, weil sie schon lange nicht mehr draußen in der Natur war. Dabei fühlst sie sich dort sehr wohl – und ich mich auch. Diesen Weg zum Wald, den ich so sehr liebe, habe ich schon länger nicht mehr gemacht – Vorweihnachtsstress, Weihnachsstress, Silvester und dann das neue Jahr scheinbar voller Möglichkeiten. Das neue Jahr mit seinen Möglichkeiten? Neuen Möglichkeiten? Im Ernst, dass ist in meinen Augen kompletter Bullshit. Warum braucht man einen ersten Januar um etwas neues zu beginnen, etwas neues zu erleben oder auch etwas neues an sich entdecken zu wollen. Die beyourbestself-Industrie wirbt um diese Zeit wahrscheinlich besonders mit Wegen, die man gehen kann, um sich ein schönes neues Jahr zu bescheren, das meist schon in der dritten Januarwoche vergessen ist. Und was passiert dann? Wir kehren in alte Gewohnheiten und Muster zurück, die mit unseren guten Vorsätzen rein gar nichts mehr gemein haben. Nicht dass ich grundsätzlich gegen eine beyourbestself-Bewegung bin, aber setze es doch um, wenn Dir danach ist und nicht weil der 1.1. vor der Tür steht und Du bis dahin zwanghaft versuchst herauszufinden was Du ändern möchtest und vielleicht eher halbherzig zu semi-erfüllbaren Vorsätzen greifst, bei denen es Dich schon im Februar ärgert, dass Du sie nicht erfüllen konntest. Wieso nimmst Du dir dafür nicht Zeit (der 17. Juli oder der 28. September sind genau so ein Datum wie der 1.1)? So viel zu dem Thema Vorsätze, das ich unbedingt unterbringen wollte und mir wohl die Zeit fehlte, das auf eine schöne Art und Weise umzusetzen. Aber wie setzt man Wahrheit oder eine Meinung am Rande schon schön um? Genau.

Um nun doch zum Thema Zeit zurückzukehren: Zeit ist ein kostbares Gut, dass sich schwer in Worte fassen lässt. Zeit ist manchmal nur die Beobachtung, dass der Regen in Tropfen auf die Erde fällt und sie aufweicht, Zeit sind die Augenblicke, die morgens verstreichen während der Kaffee aufbrüht, Zeit sind Momente zwischen Himmel und Erde, die so unfassbar schön sind, dass Du sie festhalten möchtest. Zeit ist alles und nichts. Zeit festhalten ist unheimlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich (denn sie vergeht, trotz dass Du in dem Moment verharrst, ihn genießt und Du ihn von Herzen gerne festhalten würdest – der Moment geht dennoch vorbei). Einen Moment erneut genauso zu erleben wie einen anderen zuvor ist definitiv unmöglich, schon allein weil Du in einer anderen Stimmung bist, neue Erfahrungen dazugekommen sind, Du vielleicht sogar insgesamt eine neue Sichtweise auf das Leben eingenommen hast und Dir aufgrund dessen andere Gedanken als zuvor in den Sinn kommen. Zeit ist deshalb einerseits ein unheimlich schönes Geschenk, andererseits prägt einen Menschen das Vergehen von ihr, von Momenten und Augenblicken, die sich im Nichts auflösen und zu verpiffen scheinen – die Kunst besteht darin sie in jeglicher Hinsicht, den Moment und den kleinsten Augenblick, zu schätzen oder schätzen zu lernen (denn er ist vergänglich). So wie dieser wunderbare Moment vor einem guten Jahr als ich mit herzlichster Freude dieses Foto von der Uhr gemacht habe, womit ich für mich einen Moment festhalten konnte, denn ich erinnere mich wie gestern an das Gefühl vollkommener Zufriedenheit und Glück, dieses Ausprobieren von Winkeln und Bildaufteilung zwischen der Detailtreue, die an dem Ziffernblatt hängt. Also kann ich doch ein wenig – vielleicht nicht die Zeit – aber ein Gefühl festhalten: in schwarz/weiß auf einer Holzkiste mit einem weißen Ziffernblatt.

Welche Momente/Zeit schätzt Du sehr?

Frühstück: Ein einfaches Brötchen vor der Linse

Es war an einem Sonntag. Der Blick in den Kühlschrank sagt mir, dass ich noch mal hätte einkaufen gehen müssen, um mir ein vielseitiges und leckeres Frühstück zuzubereiten. Genügsam greife ich nach den Eiern und dem Käse, der Weg zum Bäcker ist nicht weit. Ich improvisiere und koche weiche Eier ab (fünfeinhalb Minuten in kochendem Wasser), stelle den Ofen an und stelle den Käse bereit. Die Eier sind fertig und ich schneide Scheibe für Scheibe auf die Brötchenhälften, Käse drüber und in den Ofen (5 Minuten bei 200°C). Fertig. Nach dem ersten Bissen wandert mein Blick zur Kamera. Spontan schießt es mir in den Kopf: Das möchte ich fotografieren, auf meinem Lieblingsstuhl. So wird mein Frühstück zum Model und ich genieße die Ruhe, wie jedes Mal, wenn ich meine Kamera in der Hand habe. Ich vergesse den leeren Kühlschrank, begnüge mich mit dem Bissen Brötchen im Mund und fotografiere. Ohne Schnick-Schnack, ohne Deko, ungestellt. Als ich mit dem Fotografieren fertig bin, gehe ich mit dem Teller zurück in mein Bett, kuschel mich ein und genieße das restliche und äußerst leckere Brötchen. Wie aus einer Not heraus ein Blogbeitrag werden kann, finde ich immer wieder wunderbar und am Ende hatte ich schließlich viel mehr davon als nur ein Frühstück.

Zutaten

zwei weich gekochte Eier
geriebener Käse
ein Brötchen

Randnotiz
Denn Beitrag wollte ich ursprünglich schon eine Woche eher schreiben, doch leider hat es mich mit einer fetten Erkältung erwischt, die nun langsam abklingt. Zudem habe ich zu meinem Job noch einen Nebenjob angefangen und bin zeitlich etwas mehr eingespannt. Zeit ist kostbar und die Einteilung davon eine Kunst für sich. Trotzdem nehme ich mir liebend gerne die Zeit, um meinen Blog mit Beiträgen, Bildern, Gedanken und Inspiration zu füllen, denn das soll der Blog für mich nach wie vor sein: Ein Ort der Ruhe, der Entfaltung und ein Ort für Leser, die sich gerne etwas aus meinen Worten und Gedanken mitnehmen.

Herzlichst und einen guten Appetit ♥ Caro

Shampoo: Hausgemachtes Shampoo oder von der Kunst einfach zu leben

Ich sitze auf meinem Bett und mir fällt kein vernünftiger Titel ein (natürlich habe ich nun doch einen gefunden ;)). Selten, aber es ist so. Auf dem Herd stehen zwei Töpfe, denn ich mache gerade Shampoo selber. Noch vor Jahren war ich die erste die dieses oder jenes Shampoo gekauft hat, weil die Werbung mir gesagt hat, dass es ohne Silikone und wie vom Friseur ist – das Beste sozusagen. Heute stehe ich daheim in der Küche und mache mein eigenes Shampoo. Ganz simpel, ganz ohne Silikone, ganz ohne vorherige Werbung – aus Überzeugung. Ich möchte nicht die Shampooindustrie nachhaltig mit meinem gesunkenen Kaufverhalten beeinträchtigen. Ich möchte auch niemanden dazu überreden sein eigenes Shampoo herzustellen. Ich möchte nur zeigen, dass es gar nicht so schwierig ist wie es vielleicht zunächst den Anschein hat, wenn man bedenkt wie lange die Liste der Inhaltsstoffe bei einem handelsüblichen Shampoo ist. Hier kurz vorab: Es sind bei diesem Shampoo genau vier!

RÜCKBLENDE
Ich war vor einiger Zeit in den USA. Ein Roadtrip. Ein Auto, mein Zuhause für zwei Wochen, die Natur, die Westküste, die Nationalparks, einfachstes Leben und ich auf einer Hand voll Quadratmetern. Ich habe ab und an geduscht, ab und an meine Wäsche gewaschen und fast jeden Abend in einem Walmart oder einem Safeway meine Zähne geputzt. Als ich im Yosemite Nationalpark war gab es kein Waschmittel (der Automat war kaputt) und eine Frau hat mir ihres angeboten. Es war ein Einmachglas mit Flüssigkeit und ich fragte was es sei. ‚Das ist normale Waschseife‘, meinte sie. Ich nahm es dankbar an, denn meine letzte Waschaktion war ein paar Tage her und ich hatte kaum noch frische Kleidung. Es war in Ordnung, meine Wäsche war sauber und roch normal. Perfekt! Daheim habe ich ein selbstgemachtes Waschmittel hergestellt (auf Weichspüler verzichte ich schon seit längerem) und fahre sehr gut mit dieser sehr umweltfreundlichen und einfachen Lösung.

Als ich gemerkt habe, dass es ausschließlich ein wenig Zeit kostet ein Waschmittel herzustellen und für die Herstellung von Shampoo nicht sehr viel mehr Zutaten benötigt werden, habe ich mir vorgenommen auch das in Zukunft selbst herzustellen und bin nach wie vor froh über so tolle Seiten wie utopia.de, auf denen erklärt wird wie ich ein Bio-Shampoo selber machen kann.

Zutaten
125 ml destilliertes Wasser – etwas mehr ist auch in Ordnung, da Schwund beim Kochen 😉
15 g palmölfreie Kernseife (z.B. Marseiller Seife) in Flocken
2 EL Kamillenblüten (besonders für blondes Haar und zum Aufhellen der Haare geeignet, aber auch bei Problemen mit der Kopfhaut, da die Kamille entzündungshemmend wirkt)
125 ml Wasser

Aus dem destillierten Wasser und der Kernseife wird eine Mischung zubereitet. Dazu das Wasser zum Kochen bringen und die Seifenflocken darin auflösen. Parallel dazu die Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen und eine Stunde ziehen lassen. Danach die Blüten absieben und das Kamillenwasser mit dem Seifenwasser zusammen in ein Gefäß geben. Fertig!

Das selbstgemachte Shampoo habe ich noch nicht ausprobiert, bin aber sehr gespannt wie es ist und wirkt 🙂 Ein Testbericht folgt.

– unbezahlte Werbung: Namen und Verlinkungen 

Was ist heutzutage (noch) umsonst? | Kleiner Blogeinblick für Nicht-Blogger

Letzt hat ein Kollege mit mir über meinen Blog geredet. Ich hatte am Abend zuvor eine 20er Jahre Varieté-Show besucht und er meinte, ich könne doch darüber schreiben oder eben allgemein was bei mir so am Tag passiert. Könnte ich, mache ich aber eher selten und wenn dann spontan und ungeplant. Warum? Weil ich Bloggerin bin und niemand der seinen Terminkalender mit Notizen online stellt. Ich finde es zwar schön, wenn andere Menschen eine Meinung zu meinem Blog oder dem Bloggen haben, aber man merkt genau an solchen Aussagen, dass sie im Grunde von der Materie nicht wirklich viel verstehen bzw. nicht verstehen, dass man nicht bloggt, um das zu schreiben was andere gut finden, gerne lesen würden oder Vorschläge umsetzt nur weil jemand gesagt hat, man könne doch über dies oder jenes schreiben, sondern um das zu schreiben, was einem selbst gefällt und wie es eben beim Bloggen ist, spontan schreibt was einem in den Sinn kommt oder über Themen, die einen bewegen. (An die Blogger: Wie seht ihr das???)

Und nun zum Thema: Was ist heute (noch) umsonst? Da dieser Blogartikel schon von Anfang an anders angefangen hat als üblich, nämlich mit einem komplett anderen Thema und Bloggen dabei auch eine Rolle gespielt hat, schreibe ich nebenbei auch ein wenig darüber, um vielleicht Nicht-Blogger insgesamt besser abzuholen.

Zunächst: Wie bin ich auf das heutige Thema gekommen?

Da ich von Natur aus ein Mensch bin, der gerne lächelt, habe ich damit jemandem die Frage ‚Warum lächelst Du?‘ entlockt mit der Antwort ‚So eben. Es kostet ja nichts.‘. Das hat mich wiederum zu der Frage gebracht, die ich mir im Titel stelle: Was ist heute (noch) umsonst? Und das beantwortet wiederum die Frage wie ein Blogartikel entstehen kann. Er kann aus einer simplen Situation, einem kurzen Moment heraus entstehen. Dieser Moment ist umsonst. Werbegeschenke sind umsonst. Ein Lächeln ist umsonst. Herzlichkeit ist umsonst. Jemandem die Tür aufhalten ist umsonst. Freundliche Worte sind umsonst. Trotz dass es Sachen gibt, die umsonst sind, ist heutzutage fast nichts mehr umsonst und dennoch geben wir lieber Geld aus, um Dinge zu besitzen als in unsere Mundwinkel Kraft zu investieren und anderen damit eine Freude zu bereiten oder sie ebenfalls zum Lächeln zu bringen oder jemandem zu sagen, dass er heute besonders schick angezogen ist oder sich mit seiner aktuellen Projektarbeit sehr positiv hervor hebt? Wenn so vieles schon Geld kostet, wieso nicht mehr in die kostenfreien Dinge investieren? Und so wie ich es gerne mache, einfach mal lächeln 🙂
Dieser Artikel sollte eine Randnotiz werden, ein kurzer, aber wie ich finde wichtiger Gedankengang, weil ich oft das Gefühl habe, dass jeder unheimlich mit sich selbst beschäftigt ist, Menschen generell zu viel Mist kaufen, den sie nicht brauchen und ich mich oft frage, warum die Menschen manchmal nicht etwas herzlicher miteinander umgehen. Ist es denn wirklich so schwer mal jemandem eine Umarmung zu geben? Ist es wirklich so schwer liebe Worte zu formulieren und diese aufrichtig an jemanden zu richten? Ist es wirklich so schwer seine miese Laune beiseite zu schieben (andere können dafür nun wirklich nichts) und einfach zu lächeln (das hebt die Laune nämlich automatisch)? Anscheinend manchmal schon. Ich bin auch nicht perfekt und ständig gut drauf, aber wenn ich eines hoffentlich niemals ablegen werde ist das mein Lächeln, denn es gibt mir am Ende mehr zurück als ich investiert habe. Nach dieser gedanklichen Wendung, die sich spontan ergeben hat, könnte nun auch der Titel des Beitrags anders heißen, z.B. ‚Warum es sich lohnt zu lächeln‘.

In diesem Sinne und mit einem Lächeln ♥ Caro

Einfachheit: Vom Leben und Kartoffeln mit Quark

Ich bin für mehr Einfachheit im Leben, unkomplizierte Tage ohne Ecken, Kanten und Stolperfallen, für Pfannkuchen zum Frühstück, Mittag und Abendessen.

Als Kind konnte ich es nicht erwarten erwachsen zu werden. Endlich in meiner eigenen Wohnung leben und all die tollen Erwachsenensachen machen, die ich immer so sehr bewunderte: Lebensmittel einkaufen, den eigenen Haushalt organisieren, Freunde zum Kochen einladen. Was für mich als Kind das Paradies war, ist heute manchmal schwierig umzusetzen, weil die Zeit fehlt, weil andere Dinge wichtiger sind. Weil das Erwachsenenleben meist nicht annähernd so einfach ist wie ich es mir als Kind vorgestellt habe.
Aber was ist heutzutage schon einfach? Die Freizeitgestaltung mit Freunden? Bewusste Zeiteinteilung? Das Leben? Der Zug auf dem ‚einfach‘ steht ist schon vor einiger Zeit abgefahren, sodass ich nicht einmal mehr die Rücklichter ausmachen kann. Die Welt dreht sich manchmal so schnell, dass ich selbst das Gefühl bekomme mich zu drehen, im Kreis, ohne Pause und ohne Ziel. Das Leben ist so schnelllebig geworden, dass ich selbst manchmal das Gefühl habe viel zu schnell zu leben, mich zu hetzen ohne Bremse und ohne Zeitgefühl. Das Leben ist manchmal so kompliziert, dass mir selbst ein ganz normaler Tag komplex erscheint, gepflastert mit kleinen Ecken und Kanten und ohne einfache Lösungen. Da mir das nicht gefällt, bewahre ich mir gerne die Fortbewegung, die Langsamkeit und die Einfachheit – jeden Tag und mit allem was mir zur Verfügung steht: Ich genieße die Rotphase an der Ampel, ich mache simple Haushaltsarbeiten wenn ich nach Hause komme, ich habe mehr freie als verplante Freizeit, denn ich entscheide spontan, was ich machen möchte und ich koche ein einfaches und leckeres Gericht wie Kartoffeln mit Quark.

Zutaten
300-500 g Kartoffeln (je nach Hunger)
200 g Speisequark
etwas Salz
italienische Kräuter (TK)

Die Kartoffeln in einen großen Topf mit kochendem Wasser geben und nach 20-30 Minuten mit einem spitzen Messer nachschauen, ob sie weich sind. Hierfür mit dem Messer in eine Kartoffel einstechen und schauen, ob diese wieder leicht vom Messer ins Wasser gleitet, wenn das Messer angehoben wird. Den Quark in eine Schüssel geben, salzen und Kräuter hinzugeben. Umrühren und fertig!
So einfach wie das Rezept klingt, so einfach ist es auch zu kochen. Keine versteckten Ecken und Kanten oder komplizierten Zwischenschritte.

Und genau so sollte das Leben manchmal einfach auch sein: Wie eine Kartoffel mit einem Kleks Kräuterquark – einfach, lecker und vollkommen unkompliziert.

Postkarten: Eine neue Kategorie und über das Leben…

Vor kurzem habe ich eine Reihe mit Postkarten angefangen und wie es manchmal so läuft, hat sich daraus nun eine Kategorie im kleinen Notizbuch entwickelt. Zum einen befinden sich tatsächliche Postkarten darin, die ich einfach großartig finde, zum anderen möchte ich diese Kategorie nutzen, um eine Auswahl der schönsten Bilder aus meinen Urlauben festzuhalten, die ich mir als Postkarte kaufen würde, weil sie mir gefallen 🙂

Zur Postkarte heute
Dieses Exemplar ist schon etwas älter und erinnert mich immer daran, dass nicht immer alles nach Plan oder am Schnürchen läuft, sondern manchmal alles etwas verquer und hart sein kann (nicht zuletzt das Leben an sich). Außerdem besteht die Möglichkeit, dass man mal nicht auf dem Königsweg spaziert und trotzdem brillante Ideen hervorbringt, sich selbst näher kommt, eine schöne Zeit und tolle Erlebnisse hat, vielleicht sogar die besten, wenn man sich ein Stückchen neben der Spur befindet. Eben mal nicht sein Leben so lebt wie es Konventionen vorgeben oder wie es gesellschaftlich schicklich ist, anders ist, sich etwas traut und wagt, vielleicht auch mal ein Risiko eingeht, einfach mal loslässt und schaut was passiert, wenn man den Weg für eine Weile verlässt. Das kann absolut herrlich erfrischend, belebend, bereichernd und inspirativ sein. Kann wohlgemerkt, denn was man aus den Schritten neben dem Weg macht, liegt in der Hand jedes Einzelnen.

Schon mal probiert? Wenn ja, wann und bei was oder wo und wie?

Herzlichst  Caro