Kolumne: Let’s talk about… Stillstand

Ich würde so gerne mal etwas Exotisches kochen – aber kann ich das überhaupt? Hmmm, die Pasta da sieht gut aus, mal sehen. Acht Minuten in der Mikrowelle – perfekt! Und mal was anderes als die übliche Lasagne.

Heute Abend mache ich auf jeden Fall Yoga und dehne mich ausgiebig zur Entspannung – aber habe ich dafür Zeit? Hmmm, ist die Couch bequem und meine Lieblingssendung kommt auch gerade. Sehr entspannend!

Mal mit dem Rucksack nach Indonesien und sehen was passiert – aber traue ich mich das? Hmmm, die Ferienwohnung in Italien ist so günstig dieses Jahr, die Nachbarn dort sind angenehm und der Pool ist so erfrischend und sauber.

Wie gerne würde ich mein Leben ein wenig ändern, nur ein bisschen – aber ist es so wie es ist nicht angenehm, sicher und unkompliziert?

So und anders könnten Gedanken und Fragen lauten, die sich wohl einige Menschen stellen, wenn nicht sogar mehr als nur einige. Fragen, die Selbstzweifel beinhalten, Ängste, Überlegungen über Zukünftiges, Zeit und monetäre Aspekte. Alles was zunächst eine spannende Grundüberlegung ist wird nachfolgend auf eine gewisse Art und Weise negiert. Es wird eine Begründung gesucht warum auf etwas Gewohntes und Vertrautes zurück gegriffen wird. Das ist der Moment, indem der Mensch still steht, wie erstarrt in seiner Angst, dass etwas Neues oder potentiell Spannendes nicht so gut sein, ihn an seine Grenzen bringen oder sein Leben gar komplizierter werden lassen könnte. Das soll nicht heißen, dass Stillstand etwas Schlechtes ist. Im Grunde ist es ein angenehmer Zustand, in welchem sich der Mensch wohl und geborgen fühlt, eine Komfortzone, die er sich geschaffen hat und in welcher er sich bewegen möchte. Ein Ort, der Sicherheit suggeriert, an dem kein Risiko eingegangen werden muss, ein Ort den wohl viele Menschen einem anderen, eher unbekannten Ort, bevorzugen.

Ausgehend von den vorangegangen Überlegungen stellt sich die Frage warum Menschen die Komfortzone so ungern verlassen. Warum scheuen sie Veränderungen oder Neues? Ist es tatsächlich die Angst, das Risiko, die Zeit? Oder ist es vielleicht viel mehr der Gedanke, dass das Unbekannte so weit weg, so unerreichbar, so unmöglich oder gar unrealistisch scheint (vielleicht auch wegen dem eigenen inneren Schweinehund), weil sie dafür tatsächlich einen Schritt aus ihrer Wohlfühlzone hinein in eine ihnen nicht vertraute Umgebung machen müssten? Und wenn das so sein sollte, wie kann man diese Hürde überwinden und sich bewegen und sein Leben somit ein wenig oder Stück für Stück verändern oder zumindest in Bewegung bringen?

Die einfache Antwort: Machen! Und das ohne Nachzudenken oder Begründungen zu suchen warum man es nicht machen sollte.

Du möchtest mal was Exotisches kochen? Such Dir ein Rezept raus (Internet, Kochbuch, Blogs,…), kaufe die Zutaten ein und lege los.
Du möchtest Yoga ausprobieren? Kauf dir eine Matte, gehe in einen Yoga-Kurs und atme ein und aus. Danach kannst Du immer noch auf die Couch.
Du möchtest mit dem Rucksack nach Indonesien. Lies Dir Erfahrungsberichte durch, such Dir schöne Routen heraus, kauf dir einen Reiseführer (da sind die meisten Infos drin, auch zwecks Impfungen, Kultur, Wetter, Kleidung, Bezahlmethoden, etc.) und buch die Flüge.

Du möchtest Dein Leben verändern, vielleicht Deine Einstellung dazu, Deinen Tagesablauf, Dein Wissen erweitern, mehr Sport machen?
Beginne damit und zwar jetzt. Nicht morgen, nicht in einer Woche, sondern jetzt. (Mehr dazu in einem folgenden Beitrag oder schon einmal hier in einem Artikel zum Thema Veränderungsprozess und Selbstoptimierung.)

Hast Du das Gefühl still zu stehen oder Dich zu bewegen? Wenn ja, welches der beiden und wie äußert sich das bei Dir?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar,
Herzlichst ♥ Caro


Shampoo: Hausgemachtes Shampoo oder von der Kunst einfach zu leben

Ich sitze auf meinem Bett und mir fällt kein vernünftiger Titel ein (natürlich habe ich nun doch einen gefunden ;)). Selten, aber es ist so. Auf dem Herd stehen zwei Töpfe, denn ich mache gerade Shampoo selber. Noch vor Jahren war ich die erste die dieses oder jenes Shampoo gekauft hat, weil die Werbung mir gesagt hat, dass es ohne Silikone und wie vom Friseur ist – das Beste sozusagen. Heute stehe ich daheim in der Küche und mache mein eigenes Shampoo. Ganz simpel, ganz ohne Silikone, ganz ohne vorherige Werbung – aus Überzeugung. Ich möchte nicht die Shampooindustrie nachhaltig mit meinem gesunkenen Kaufverhalten beeinträchtigen. Ich möchte auch niemanden dazu überreden sein eigenes Shampoo herzustellen. Ich möchte nur zeigen, dass es gar nicht so schwierig ist wie es vielleicht zunächst den Anschein hat, wenn man bedenkt wie lange die Liste der Inhaltsstoffe bei einem handelsüblichen Shampoo ist. Hier kurz vorab: Es sind bei diesem Shampoo genau vier!

RÜCKBLENDE
Ich war vor einiger Zeit in den USA. Ein Roadtrip. Ein Auto, mein Zuhause für zwei Wochen, die Natur, die Westküste, die Nationalparks, einfachstes Leben und ich auf einer Hand voll Quadratmetern. Ich habe ab und an geduscht, ab und an meine Wäsche gewaschen und fast jeden Abend in einem Walmart oder einem Safeway meine Zähne geputzt. Als ich im Yosemite Nationalpark war gab es kein Waschmittel (der Automat war kaputt) und eine Frau hat mir ihres angeboten. Es war ein Einmachglas mit Flüssigkeit und ich fragte was es sei. ‚Das ist normale Waschseife‘, meinte sie. Ich nahm es dankbar an, denn meine letzte Waschaktion war ein paar Tage her und ich hatte kaum noch frische Kleidung. Es war in Ordnung, meine Wäsche war sauber und roch normal. Perfekt! Daheim habe ich ein selbstgemachtes Waschmittel hergestellt (auf Weichspüler verzichte ich schon seit längerem) und fahre sehr gut mit dieser sehr umweltfreundlichen und einfachen Lösung.

Als ich gemerkt habe, dass es ausschließlich ein wenig Zeit kostet ein Waschmittel herzustellen und für die Herstellung von Shampoo nicht sehr viel mehr Zutaten benötigt werden, habe ich mir vorgenommen auch das in Zukunft selbst herzustellen und bin nach wie vor froh über so tolle Seiten wie utopia.de, auf denen erklärt wird wie ich ein Bio-Shampoo selber machen kann.

Zutaten
125 ml destilliertes Wasser – etwas mehr ist auch in Ordnung, da Schwund beim Kochen 😉
15 g palmölfreie Kernseife (z.B. Marseiller Seife) in Flocken
2 EL Kamillenblüten (besonders für blondes Haar und zum Aufhellen der Haare geeignet, aber auch bei Problemen mit der Kopfhaut, da die Kamille entzündungshemmend wirkt)
125 ml Wasser

Aus dem destillierten Wasser und der Kernseife wird eine Mischung zubereitet. Dazu das Wasser zum Kochen bringen und die Seifenflocken darin auflösen. Parallel dazu die Kamillenblüten mit kochendem Wasser übergießen und eine Stunde ziehen lassen. Danach die Blüten absieben und das Kamillenwasser mit dem Seifenwasser zusammen in ein Gefäß geben. Fertig!

Das selbstgemachte Shampoo habe ich noch nicht ausprobiert, bin aber sehr gespannt wie es ist und wirkt 🙂 Ein Testbericht folgt.

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Bin ich… Minimalistin? | Selbstgemachtes Waschmittel

Ich werfe nicht 100 Sachen aus meinem Haushalt weg, ich koche nicht immer selbst, ich besitze nicht nur drei Paar Schuhe. Ich brauche nicht viel um mein Leben zu gestalten, ich bin mit dem wenigen was ich habe glücklich (vielleicht sogar glücklicher als die Menschen, die viel mehr besitzen), ich gönne mir nach was mir ist. Ich horte Kleidung nicht wie andere Müll, ich lebe bewusst und frage mich oft, ob ich das brauche. Nein.

Ich mag Natürliches, ich bin gerne draußen (am liebsten in der Natur), ich liebe Fotografie, ich strebe nicht nach einem luxuriösen Lebensstil (wenn ich eine Million hätte, würde ich einen Segelflugschein machen), ich bin genügsam.

Dennoch frage ich mich, ob ich Minimalistin bin oder nicht. Ich hinterfrage meinen Lebensstil, die Art wie ich einkaufe, schlafe, esse, meine Freizeit verbringe. Heute schreibe ich den Beitrag über mein selbstgemachtes Waschmittel und beantworte mir die Frage nun selbst: Ich lebe minimalistisch, aber diese Art zu leben hat zum einen viele Facetten, zum anderen sehe ich Potential zu noch weniger Sachen, Dingen und unnützem Kram, den die (Um)welt nicht braucht. Und so beginnt ein Tag an dem ich mich einmal mehr und wieder frage: Was kann ich aktiv tun und an meinem Lebensstil verändern, um die Welt ein Stückchen besser zu machen? Auch wenn das reine Soda als Zutat für das Waschmittel in einem Plastikbehälter ist, bekomme ich wohl dennoch ca. 100 Liter Waschmittel daraus. Ergo: Ich bewahre meine Umwelt vor 99 Plastikkanistern, die ich verbraucht hätte, wenn ich weiterhin mein Waschmittel im Laden kaufen würde.

Rezept für 2 Liter Waschmittel

2 Liter Wasser
4 EL (reines) Soda
30 g Kernseife (z.B. palmölfreie Kernseife aus Marseille)

Ätherische Öle nach Bedarf (ich habe mich für Lemongrass und Lavendel von Naissance entschieden)

zutaten_waschmittelIm Prinzip werden das Soda und die klein geraspelte Seife mit zwei Litern Wasser in einen großen Kochtopf (wegen eventueller Schaumbildung) gegeben und mehrmals aufgekocht bis die Zutaten sich gut verbunden haben. Beim letzten Durchgang das ätherische Öl hinzugeben (z.B. von Lemongrass und Lavendel jeweils zwanzig Tropfen) und ein letztes Mal aufkochen. Abkühlen lassen und mit einem Trichter in einen Kanister oder ein anderes Gefäß füllen. Fertig.

Hier findest Du eine genaue Anleitung wie das Waschmittel hergestellt wird.

Warum ich auf die Idee gekommen bin mein Waschmittel selber zu machen und was sich dadurch noch ergeben hat, kannst Du in einem der folgenden Blogartikel lesen 🙂

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Bloggerbewusstsein: Selbstgemachtes Apfelmus mit einem Hauch Selbstreflektion

Ursprünglich wollte ich den Beitrag schon Mittwoch schreiben, dann Donnerstag und nun ist es Freitag. Es wäre ja auch zu schön, wenn immer alles laufen würde wie es uns gefällt oder wie wir es geplant haben. Den Anflug von Erkältung, den ich nun fast schon eine ganze Woche mit mir herum schleppe, hatte ich definitiv nicht geplant. Gestern lag ich dann am späten Nachmittag im Bett und wollte eingeigelt in meine Bettdecke, zugedröhnt mit Paracetamol und Kräutertropfen, nur noch, dass die Kopfschmerzen nicht schlimmer werden und ich mich endlich wieder fit fühle. Schreiben wollte ich in dem Zustand nicht. Nach knapp zehn Stunden Schlaf fühle ich mich nun besser und fitter als gestern Abend und bereit genug zumindest meine Grundgedanken zu diesem Beitrag rauszukramen und niederzuschreiben.

Selbstgemachtes Apfelmus. Es sollte weniger um Apfelmus gehen, als um die Tatsache, dass sich mein Leben durch das Bloggen etwas verändert hat. Ich habe mit dem Bloggen etwas gefunden, was ich gerne in meine Freizeit integriere und merke, dass sich mein Denken partiell dementsprechend anpasst: Ich habe noch zwei Äpfel. Daraus mache ich einen Beitrag! Also gibt es heute außerdem eine kurze Anleitung wie man Apfelmus zubereitet, denn als fructoseintoleranter Mensch vertrage ich Apfelmus (also allgemein gekochtes Obst) ganz gut und kann auf diese Weise trotzdem Obst essen 🙂 Also habe ich Apfelmus zubereitet mit:

zwei Äpfeln
etwas Zimt
200 ml Wasser
etwas Vanillezucker
1/2 Löffel Zucker
und einem Spritzer Zitrone

Das Ganze kommt dann, bis auf den Zimt, in einen Topf und wird ca. 15-20 Minuten auf kleiner Stufe gekocht. Ich habe währenddessen einen Deckel drauf. Dann wird es vom Herd genommen und mit einer Gabel zerdrückt. Auf diese Art sieht es auch noch wie selbstgemacht aus, weil zwischen dem Mus auch noch kleine Apfelstückchen vorkommen können. Der Zimt kommt anschließend dazu. Dazu kannst Du nun jeglichen Joghurt essen oder Pfannkuchen oder auch leckere Kartoffelpuffer zubereiten (hierzu habe ich noch kein Rezept). An die Kreativen: Wenn Du das Glas noch verzieren möchtest, kannst Du hier sehen wie das geht.

So sieht nun ein Mix aus Beitrag und Selbstreflektion aus. Wenn Du dir nun noch vorstellst, dass ein Sammelsurium aus Stoff, Kleber, ätherischen Ölen, Nadeln, Stiften,… auf meinem großen Schreibtisch das hauptsächliche Chaos in meiner Wohnung bestreitet, kannst Du dich schon auf den nächsten haus oder handgemacht-Beitrag freuen. Ich weiß nur, dass spätestens morgen hoffentlich alle Zutaten für mein selbstgemachtes Waschmittel da sind und ich eine Wahnsinnsfreude dabei haben werde es zuzubereiten, zu fotografieren und den Beitrag zu schreiben. Und wenn es doch mal nichts gibt was ich selbst herstellen, kochen oder zubereiten kann, bleibt immer noch Platz für Gedanken und Themen über die ich gerne schreiben möchte, auch wenn sie vielleicht nur mal kurz am Rand auftauchen.

Und nun gerne an die Blogger unter Euch: Wie betrachtet ihr Euren Blog? Wie würde Eure Selbstreflektion (als Blogger) aussehen?

Ich freue mich auf Eure Kommentare ♥ Caro

Dekoration: Wenn es Worte an den Kühlschrank schaffen

Kennt ihr diese Postkartenständer in Buchläden oder Dekogeschäften, deren Karten über gewöhnliche Grußkarten hinausgehen? Hast Du dich schon immer gefragt, wer solche Karten kauft und eventuell sogar in der eigenen Wohnung aufhängt?

Ich habe keine Ahnung, wann das mit den Postkarten angefangen hat, aber ich finde den Gedanken schön jemandem im Urlaub eine Postkarte zukommen zu lassen (in Zeiten von WhatsApp & Co. wurde das etwas weniger) und ihm somit ein Stückchen Urlaubsgefühle nach Hause zu schicken. Da ich das nicht nur für andere schön finde und als Sprücheliebhaber (es gibt immer den perfekten Spruch für jegliche Situation, Phase oder Lebensabschnitt) sehr gerne schöne, motivierende und/oder bereichernde Worte mag die schöne Gefühle auslösen, habe ich angefangen für mich (wenn ich an eine Postkartenstand vorbeikomme) Postkarten zu kaufen und in meiner Wohnung aufzuhängen. Die schönsten Sprüche schaffen es an meinen Stromkasten oder an meinen Kühlschrank und jedes Mal, wenn ich drüber lese habe ich ein Lächeln auf den Lippen 🙂
Nächste Postkarten (vsl.): 23.09. und 30.09.

Hast Du auch Postkarten mit Sprüchen in Deiner Wohnung? Wenn ja, welcher ist Dein liebster Spruch?

Selbstoptimierung: Von Schlagsahne, Motivation und Selbstdisziplin

Ein Stadtbummel ist immer eine gute Idee, wenn das Wetter mal nicht so mit macht und in der Heimatstadt hat das nochmal einen ganz besonderen Charme, insbesondere wenn man inzwischen woanders wohnt. Gemütlich durch die Geschäfte schlendern (ob mit oder ohne Ziel ist dabei relativ egal) und an den Ständen für Snacks den Geruchssinn anwerfen und olfaktorisch genießen. Ein paar Geschäfte später kommt ein Eiswagen (E-I-S!!!) – Yummi! Natürlich kann ich nicht widerstehen und schnappe mir eine Kugel Banane-Nutella und eine Kugel Cookie. Gibt es Sahne? Jawohl! Lieben Dank. Schmecken lassen 🙂

Ein Tag später…

Ich sitze im Zug von der Heimat nach Hause. Morgen geht es wieder zur Arbeit, in der Wohnung wartet eine Ladung Wäsche und Bücher, die mich interessieren liegen auf dem Nachttisch bereit.

Wie schon im letzten Artikel angekündigt, beschäftigt mich das Thema Selbstoptimierung schon eine ganze Weile. Warum mache ich mir dazu Gedanken? Ganz einfach: Ich habe irgendwann festgestellt, dass mir einige Angewohnheiten an mir selbst nicht gefallen – angefangen beim Rauchen bis hin zu (negativen) Denkmustern. Als ein Mensch, der gerne an sich selbst arbeitet und sich weiterentwickelt, habe ich mir gesagt, dass es Zeit wird etwas zu verändern. Ich wollte mehr Freiheit, Unabhängigkeit und Klarheit, ich wollte mich mehr um mich und meinen Körper kümmern, ich wollte mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden. Ergo: Ich musste etwas an meinem Alltag und mir verändern. Dass das Zeit, Selbstdisziplin und Energie kostet, war mir dabei von Anfang an klar. Aber wie verändere ich was? Und was sollte ich denn zuerst verändern? Wo sind denn die großen Knackpunkte, die mich maßgeblich stören und daran hindern insgesamt zufriedener, ausgeglichener und besser zu leben?

Selbstoptimierung und mögliche Komplikationen
Selbstoptimierung verlangt eine ehrliche und schonungslose Selbstreflektion sowie Selbstkritik. Nicht jeder Mensch ist dafür gemacht, also finde heraus wie es sich für Dich anfühlt, wenn Du dich und Dein Leben kritisch betrachtest, überlegst, ob Du dich momentan wohl fühlst und ob Du Lust hast etwas zu ändern. Du siehst einige Punkte? Dann kannst Du die weiteren Schritte ausprobieren. Fall Du im Grunde mit Deinem Leben zufrieden bist und Du Dich gar nicht so intensiv mit Dir selbst auseinandersetzen möchtest, kannst Du aufhören zu lesen, aber überlege Dir vorher warum Du angefangen hast diesen Artikel zu lesen und frage Dich, ob Dich das Thema nicht doch ein wenig interessiert (viellleicht ohne folgende Schritte umzusetzen).

Die Analyse des IST-Zustandes
Um für sich herauszufinden, was sich für Störfaktoren eingeschlichen haben, ist eine Analyse des IST-Zustandes ausschlaggebend für die weiteren Schritte. Hierzu kannst Du dir folgende Fragen stellen:

1. In welchen Situationen gefalle ich mir nicht?
2. Was ist der Grund dafür, dass ich mir in den Situationen nicht gefalle?
3. Liegt es an meinen Handlungen, meinem Verhalten oder meinem Denken?

Wenn Du dir die Fragen beantworten kannst, bist Du einen guten Schritt vorwärts gekommen. Du kannst benennen, was Dir nicht gefällt und weißt an was Du arbeiten kannst.

Zieldefinition, Motivation und der Faktor Zeit
Nachdem Du deine Störfaktoren benannt hast, kannst Du deine Ziele definieren: Wo möchtest Du hin? Was möchtest Du erreichen? Wie siehst Du dich in einiger Zeit?
Mögliche Ziele könnten sein:

  1. Mehr Bewegung.

  2. Mehr gesundes Essen.

  3. Nachhaltiger leben.

Allein die Ziele zu definieren reicht natürlich nicht aus. Nun geht es ans Thema Motivation und Selbstdisziplin. Hört sich anstrengend und kompliziert an! Ist es auch ein wenig, aber weniger als Du denkst 🙂 Bei allem was Du zukünftig ändern möchtest, behältst Du im Kopf warum Du es ändern möchtest und was Du dir Positives von der Veränderung versprichst. Wenn Du merkst, dass Du doch wieder öfter auf der Couch liegst als Du es Dir vorgenommen hast, frage Dich zunächst, ob das ein Störfaktor ist oder ob Du dich so momentan wohler fühlst. Fühlst Du dich wohl, super! Empfindest Du es als Störfaktor, zieh Deine Schuhe an und laufe ein Mal um den Block oder drehe eine Runde mit dem Fahrrad. Motivation kommt nicht von alleine, sondern davon, dass Du aktiv wirst, Deinem inneren Schweinehund einen fetten Arschtritt verpasst und Dir immer wieder ins Bewusstsein rufst was (zum Positiven) anders werden könnte, wenn Du dies oder das änderst. Wenn es Dir hilft schau in den Spiegel und sage laut: Ich möchte etwas ändern! Ich möchte mich besser fühlen! Ich möchte an mir arbeiten!
Indem Du dich immer wieder motivierst, steigt auch Deine Selbstdisziplin, dein persönliches Durchhaltevermögen für das Erreichen Deiner Ziele.

Beispiel 1: Mehr Bewegung
Wenn ich mich mehr bewege (Spazieren gehen, Joggen, Yoga,…) fühle ich mich wohler und habe einen Ausgleich in meinem Alltag, kann abschalten und werde dadurch insgesamt zufriedener.

Beispiel 2: Mehr gesundes Essen (Schlagsahne darf trotzdem mal sein ;))
Wenn ich mich gesünder ernähre, dann fühle ich mich seltener schlapp und träge, habe mehr Energie und kann diese in andere tolle Erlebnisse und Tätigkeiten investieren.

Beispiel 3: Nachhaltiger leben.
Wenn ich nachhaltiger lebe, dann verursache ich weniger Müll und belaste die Umwelt weniger.

Bei allem was Du im Rahmen Deiner Ziele angehst, mach Dir bewusst, dass Du es Dir, Deinem Körper bzw. Deinem Leben zuliebe machst und Du dir daraus etwas Positives mitnimmst. Sich durch irgendwelche Sportprogramme oder vegetarischen Rezepte zu quälen, nur um das Gefühl zu bekommen ein besseres Leben zu führen, ist dabei nicht Sinn der Sache. Sich beim Veränderungsprozess (bzw. während der Selbstoptimierung) wohlzufühlen sollte oberste Priorität haben. Die Bereitschaft darin Energie und Zeit zu investieren ist trotzdem essentiell.
Dich von heute auf morgen um 180 Grad zu drehen und verändern zu wollen funktioniert nicht. Das alles ist ein sich entwickelnder und teils auch dynamischer Prozess. Versuche Dir vorzustellen, dass Deine Selbstoptimierung eher wie eine lange gemütliche Wanderung ist, bei der Du das Ende nicht unbedingt von Anfang an im Blick hast und bei der auch unterschiedliche Wege zum Ziel möglich sind. Genügend Zeit und Geduld mit Dir sind weitere Faktoren. Nimm Dir zum Beispiel vor jede Woche ein Mal 20 Minuten spazieren zu gehen und erhöhe die Häufigkeit und Dauer nach einem Monat auf zwei Mal die Woche 30 Minuten usw. Dein Ziel könnte sein ein halbes Jahr später drei Mal die Woche eine Stunde spazieren zu gehen. Wichtig bei allem was Du veränderst: Frage Dich, ob Du dich besser oder schlechter mit der Veränderung fühlst und reflektiere Dich in diesem Moment umfassend: Fühle ich mich gut? Was hat sich vielleicht durch die Veränderung noch verändert? Begegne ich dem Alltag auf eine andere Art und Weise? Habe ich öfter gute Laune und wenn ja, auf was kann ich das zurück führen? Hat die Veränderung Auswirkungen auf einen anderen Bereich? Wenn ja, welchen sowie ist diese positiv oder negativ? An dieser Stelle kann es auch helfen auf Dein Umfeld zu achten: Merken die Menschen in Deinem Umfeld die Veränderung? Reagieren sie darauf positiv oder negativ? Sprichst Du das Thema vielleicht sogar offen an? Wie ist das Feedback dazu?
Wenn Du nach und nach die ersten Schritte geschafft hast und vielleicht auch zunächst nur eine Sache optimiert hast, wirst Du merken wie Dein Selbstvertrauen steigt und Du fast vollkommen mühelos den nächsten kleineren oder größeren Schritt wagst, bis Du an dem Punkt bist an dem Du sein möchtest.

Vorläufiger Schlusssatz
Da ich gerade merke, dass ich am liebsten noch grundsätzliche und weiterführende Gedanken zu den Themen Motivation, Denkmuster (auf die ich nicht eingegangen bin bisher) und weitere Selbstoptimierungsmöglichkeiten habe, die nun doch etwas ausschweifen und mindestens weitere 1000 Wörter kosten würden, schließe ich das Thema Selbstoptimierung vorerst mit dem Schlusssatz: Erkenne was Dich an Dir und deinem Leben stört, aber vergiss bei Deinem Weg der Selbstoptimierung nicht ab und an etwas Schlagsahne zu Deinem Eis zu bestellen 🙂

Fragen, Anmerkungen, Lob und Kritik etc. sehr gerne in die Kommentare 🙂

Herzlichst ♥ Caro

Freiheit: Ein Joghurt-Kirsch-Eis mit Freiheit, bitte!

Wenn ich an Freiheit denke, denke ich nicht daran mit einem Laptop und einer hausgemachten Limonade in einem Restaurant zu sitzen, umgeben von Menschen und Wespen, die den Geruch von Süße und Essen im Allgemeinen anzuziehen scheint. Und trotz, dass ich draußen sitze, mitten im Park, von Bäumen umgeben, mitten im Grün, fühle ich nicht den kleinsten Hauch von Freiheit. Einzig und alleine die Tatsache, dass ich mich dazu entschieden habe heute mal nicht den Tag irgendwo im Wald, auf einer Wiese oder daheim auf meinem Balkon zu verbringen, sondern dazu mich auf mein Fahrrad zu setzen und in den Park zu fahren und mich einfach mal bei einem leckeren Getränk und einer Portion Spaghetti Wildpesto entspanne und es mir gut gehen lasse, lässt einen kleinen Schimmer Freiheit durchscheinen.

Freiheit – Definitionen
Laut Definition bedeutet Freiheit unter verschiedenen Möglichkeiten ohne jeglichen Zwang frei wählen zu können, wonach ich den Besuch im Restaurant, die Wahl meines Getränkes und Essens sowie die Entscheidung mit dem Fahrrad zu fahren als Freiheit deuten könnte. Dennoch ist das für mich weniger Freiheit als Luxus bzw. der Luxus Freiheit. Wie viele Menschen haben diese Möglichkeiten nicht? Wie viele Menschen haben meist genau nur eine Möglichkeit zur Wahl? Wie viele Menschen wählen nicht jeden Tag unter verschiedenen Möglichkeiten?
Eine weitere Definition besagt, dass Freiheit ein Zustand ist, in dem jemand frei von bestimmten persönlichen oder gesellschaftlichen, als Zwang oder Last empfundenen Bindungen oder Verpflichtungen, unabhängig ist und sich in seinen Entscheidungen o. Ä. nicht eingeschränkt fühlt bzw. die Möglichkeit, sich frei und ungehindert zu bewegen.  Laut dieser Definition ist Freiheit das was wir fast täglich erleben. Fast schon selbstverständlich gehen wir Lebensmittel einkaufen und kochen daheim, gehen zum Sport oder treffen uns in einem Café mit Freunden. Normal, oder? Spannend, dass wir so etwas Selbstverständliches wie Freiheit schon gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Dabei ist sie ein unheimliches Geschenk und in gewisser Weise wohl auch eine Art Privileg. Und wie nennen wir das? Einen vollen Terminkalender, der an einer langen Schlange im Supermarkt anfängt zu nerven? Jedenfalls reiht sich mein kleiner Ausflug heute brav in die Definition „Freiheit“ ein.

Freiheit – Das Gefühl
Auch wenn die Definitionen von Freiheit nicht schlecht sind und durchaus Freiheit bedeuten können, denke ich dennoch, dass Freiheit keine Definitionssache ist, da im Grunde eventuell jeder etwas anderes darunter versteht.
Ich denke Freiheit ist eher ein Gefühl. Das Gefühl morgens aufzustehen und mich bewusst dafür zu entscheiden zehn Minuten länger im Bett liegen zu bleiben, das Gefühl wenn mir der Wind durch die Haare weht während ich mit dem Fahrrad ins Geschäft fahre, das Gefühl soweit laufen zu können bis ich vollkommen erledigt wieder daheim ankomme und mich mit einer Tasse Tee und einem leckeren Abendessen belohne, das Gefühl morgens auf den Balkon zu sitzen, die Vögel zwitschernd in den Bäumen und für fünf Minuten bei mir bin, bevor ich rein gehe und Kaffee koche, das Gefühl mein Leben so zu gestalten und zu leben wie ich mich wohl fühle und es mir bekommt und das Gefühl mit dem Fahrrad für eine leckere Kugel Eis halten zu können, das ich genussvoll am Straßenrand auf einer Brücke esse, mit dem Wissen, dass ich erst daheim wieder den Laptop aufmache und den Blogartikel von heute zu Ende schreibe. Das verbinde ich mit Freiheit.

Was verbindest Du mit Freiheit?

Klarheit: Zwischen fasten und Bäumen…

Habt ihr manchmal auch das Gefühl, dass ihr vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr seht? Dass alles um Euch herum verschwommen ist, ihr vielleicht einen Weg entlang geht, aber beim Blick auf dem Boden seht, dass es rechts und links keine Begrenzungen gibt? Wenn ihr dann nach einem Weg sucht oder das Gefühl habt, nun eine Entscheidung treffen zu können und dann von irgendwo her eine Schranke erscheint, die es unmöglich macht den Weg zu gehen oder die getroffene Entscheidung umzusetzen, ihr Euch abwendet und wieder ins Nichts starrt, am gleichen Punkt wie vorher steht und im Grunde nicht mehr wisst wo es nun hingehen soll und Euch die Suche nach einem Weg nur wieder zurück an den Startpunkt bringt, dreht ihr Euch im Kreis, bewegt Euch an der selben Stelle, steht still.

Manchmal ist es eben so, dass wir weitergehen möchten, uns dennoch im Kreis drehen oder still stehen, nur um dann irgendwann festzustellen, dass vielleicht nicht die Bäume das Problem sind, sondern wir selbst. Egal wie verworren, verschwommen, aussichtslos oder verquer die Bäume sein mögen, liegt es an uns festzustellen warum es gerade so aussieht und was wir aktiv dagegen unternehmen können, um diese Situation zu verändern und mehr Klarheit zu erlangen. Eine Möglichkeit, was ich selbst nicht so intensiv klärend eingeschätzt hätte, ist fasten. Beim Fasten, also dem Verzicht auf feste Nahrung für mindestens 5 Tage (das würde ich als Mindestmaß ansetzen), liegt der Fokus nicht auf dem Konsum von Genussmitteln, sondern auf dem freiwilligen Verzicht auf diese. Auch wenn es mitunter negative Begleiterscheinungen während der Fastenzeit geben mag, überwiegen die positiven in jedem Fall. Ich kann immer noch nicht komplett beschreiben was dabei genau passiert, aber die geistige Klarheit ist ein bereichernder Nebeneffekt, der nicht zu unterschätzen ist.

Wer nicht fasten möchte oder wem das alles zu kompliziert erscheint, kann sich trotzdem Klarheit verschaffen. Im Grunde gilt es sich zu überlegen, wo es gerade hängt, was einen persönlich am eigenen Leben(salltag) stört und dann weiter zu überlegen, wo man ansetzen kann, um etwas zum Positiven zu verändern. Bin ich mit meinem Alltag nicht zufrieden, weil er mir zu monoton ist, wäre es schön ein Hobby zu finden, welches mir Freude bereitet. Wenn ich das Gefühl habe zu wenig zu lesen, sollte ich mir Bücher raussuchen, die mich interessieren und sie in meinen Tagesablauf integrieren, z.B. als Schlaflektüre (das hilft auch beim Einschlafen, falls es da Probleme geben sollte). Stört es mich, dass ich ungesund und fettig esse, dann wäre es eine Überlegung wert, mich ein wenig mit gesunder Ernährung zu beschäftigen und diese auch in der Küche umzusetzen. Habe ich das Gefühl mich zu wenig zu bewegen, wäre ein regelmäßig ausgeübter Sport sinnvoll.
Wo es am Ende auch kneift oder zwickt, diese eine kleine Veränderung kann viel mehr bewirken als es zunächst vielleicht den Anschein hat. Manchmal reicht auch eine kleine Runde um den Block, der Abstand von der häuslichen oder gewohnten Umgebung, vielleicht ein Spaziergang zwischen den Bäumen, um zu erkennen, dass die Bäume der Wald sind.

Viel Freude bei den kleinen Veränderungen 🙂
Herzlichst ♥ Caro

Fasten: Gesunder Verzicht oder absoluter Wahnsinn? – TEIL 1

Beim ersten Mal ‚fasten‘ war ich 17 und das lief etwas unkoordiniert ab. Freitags hatte ich noch das Mittagessen gegessen und danach einfach aufgehört feste Nahrung zu mir zu nehmen. Das habe ich ganze drei Tage durchgehalten. Montag Mittag gab es dann Spaghetti Bolognese und ich habe wieder ordentlich zugeschlagen. Insgesamt würde ich das nicht als Fasten bezeichnen, sondern als jugendliche Schnapsidee à la ich-könnte-ja-mal-kurz-fasten. Das kurz und fasten sich ausschließt ist mir heute (und nun an meinem dritten Fastentag und den drei Entlastungstagen vorneweg) bewusst.
Aber was ist Fasten überhaupt und ist es tatsächlich nötig über Tage oder Wochen nichts zu essen?

Verzicht und Fasten
Wenn man darüber nachdenkt mit dem Fasten anzufangen, sollte man vorab wissen was fasten ist und welche Formen des Fastens für einen in Frage kommen.
Im Grunde ist Fasten der Verzicht auf Genuss- und Lebensmittel. Im weiteren Kontext kann auch der Verzicht auf andere Güter (wie Smartphone, Fernsehen, Auto…) eine Art von Fasten sein. Vor anderthalb Jahren habe ich mal über drei Monate auf Kaffee verzichtet und mache das heute noch ab und an wochen- oder tageweise. Das ist auch eine Art von Fasten, auch wenn es weniger ergiebig ist wie das Fasten aus dem Lehrbuch.
Beim ursprünglichen Fasten gibt es Formen, bei denen komplett auf das Essen verzichtet wird und bei denen ein geringes Maß an Essen erlaubt ist. Je nachdem wie man sich in dieser Hinsicht einschätzt und ob man es sich zutraut ganz auf feste Nahrung zu verzichten, entscheidet man sich dementsprechend für eine der Varianten. Ich habe mich für das Heilfasten nach Buchinger entschieden, bei dem Gemüsebrühe und Honig im Tee erlaubt ist. Ansonsten würde ich wahrscheinlich stündlich umkippen. Um das im Vorfeld zu vermeiden, trinke ich die Gemüsebrühe, wann ich Lust darauf habe und arbeite ggf. mit einem kleinen Eiweißshake nach dem Sport. Bei dieser Fastenkur sollen es täglich nicht mehr als 500 Kalorien sein, die über die Flüssigkeiten zugeführt werden.

Der Diät-Effekt, andere positive Nebenwirkungen und wichtige Punkte vorab
Eine ganz natürliche Nebenerscheinung beim Fasten ist, dass der Körper an Gewicht verliert, welches danach meist wieder dazukommt. Das steht beim Fasten jedoch nicht im Vordergrund. Beim Fasten geht es insbesondere darum den Körper von Schadstoffen zu reinigen, den Darm ordentlich durchzuspülen und dadurch das Immunsystem zu stärken. Außerdem soll der Verzicht auf Lebensmittel das Bewusstsein dafür verbessern wie lecker eine gewöhnliche Kartoffel oder eine Schale trockener Reis schmecken kann. Nach dem Verzicht soll man merken wie selbstverständlich die unterschiedlichsten Lebensmittel wahrgenommen werden und wie lecker sie eigentlich sind. Die Fähigkeit nach dem Fasten das Essen wieder mehr wertschätzen zu können stufe ich als unglaublich bereichernd ein. Auch fließen spirituelle Aspekte in das Fasten mit ein, die sich positiv auf Körper und Geist auswirken.
Insgesamt sollten einem vor dem Fasten ein paar Punkte bewusst sein sowie einige Fragen vorab geklärt werden:
1. Ist Fasten das Richtige für mich? – Wenn man sich nicht vorstellen kann eine Weile auf Essen zu verzichten, sollte man nicht fasten oder eine Form wählen, bei der man noch ein wenig essen darf.
2. Gibt es Menschen, die nicht fasten dürfen und zähle ich zu einer dieser Gruppen? – Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht fasten sollten.
3. Warum faste ich? – Wenn einem kein Grund einfällt, sollte man nicht fasten.
4. Wie überstehe ich die Fastenzeit? – Diese Zeit ist kein Zuckerschlecken (im wahrsten Sinne des Wortes). Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen sind die Eckpfeiler des Fastens.
5. Wie höre ich mit dem Fasten wieder auf? – Es gibt traditionelle Wege wie das Fastenbrechen mit einem Apfel zu Mittag und einer Gemüsesuppe mit Kartoffeln zum Abendessen. Insgesamt sollte beim Fastenbrechen darauf geachtet werden, nicht vom einen auf den anderen Tag die normalen Essgewohnheiten wieder aufzunehmen, sondern schrittweise den Grundumsatz zu steigern, um den Jojo-Effekt zu vermeiden.

Bisherige Erfahrung beim Heilfasten
Anfang der Woche habe ich meinen schon gut geleerten Kühlschrank geplündert. Als Abendessen gab es eine Gurke und einen Mozzarella. Ab Dienstag wurde alles auf eingeweichte, pürierte und/oder leicht verdauliche Lebensmittel umgestellt (Entlastungstage vor dem Fasten), was ich zunächst ganz gut verkraftet habe. Mittwochabend hatte ich einen kurzen Schwächeanfall (Sushi, ein kleiner Quinoa-Salat, Käse, Erdnüsse und alles schön durcheinander), weil ich auch schon die Menge an Essen, also die Kalorienzufuhr, reduziert hatte. Donnerstag wollte ich das umgehen und habe mir zum Mittag Wraps und kernlose Trauben geholt. Abends hatte ich das gleiche Problem wieder und musste dem mit Karotten und einer Scheibe Brot mit Butter entgegen wirken. Freitag war dann der erste Tag Fasten angesagt, bei dem es hauptsächlich um die Darmentleerung geht. Hierfür gibt es je nach Typ unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl. Zunächst habe ich Rizinusölkapseln und Pflaumensaft verwendet, am Tag drauf habe ich Bittersalz eingesetzt. Der Effekt war in etwa der gleiche. Als Ausgleich und zur Unterstützung empfiehlt sich Heilerde. Pluspunkt: Nach dem Fasten, kann sie auch sehr gut als Gesichtsmaske eingesetzt werden 🙂 Fazit nach den ersten Fastentagen: Kein Schwächeanfall, kein Schwindel, aber ein wenig matter (was sich sehr angenehm anfühlt) als gewöhnlich. Ganz ohne Essen finde ich es dennoch schwierig, besonders an Arbeitstagen, weshalb ich sehr dazu tendiere spätestens ab morgen langsam auf ein anderes Programm wie z.B. die Schroth-Kur umzusteigen bzw. inspiriert davon zwei bis drei kleine Mahlzeiten in die weiteren Fastentage einzubauen. Schon an dieser Stelle muss ich feststellen, dass besonders in der häuslichen Umgebung und neben dem Alltag eine Fastenkur strikt nach Lehrbuch für mich nicht optimal ist.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Heilfasten sind demnach ganz gut und Sport während dessen geht auch. Ich finde es bisher sehr empfehlenswert, auch wenn ich schon das Sparprogramm an den drei Entlastungstagen schwierig fand und die Vorstellung auf Essen zu verzichten zunächst fast unmöglich war, da das in meinen Augen absoluter Wahnsinn ist (es gibt so viel leckeres Essen und das war mir schon davor vollkommen bewusst, also WARUM faste ich nur???), kann ich dennoch sagen, dass es sich sehr gut anfühlt auch mal bewusst auf Essen verzichten zu können und dem Körper damit ein wenig Entlastung und Entschlackung zu schenken.

Nächster Blogartikel zum Fasten und Fastenbrechen voraussichtlich am 15.07.2018.

Fotostrecke: Hannah von Träum Weiter ♥

Glück: Zwischen Konsum, Minimalismus und Mode

Glück?
Ja, Glück! Glück ist, egal wie betrachtet, etwas Subjektives, denn jeder definiert Glück anders und ist nicht aufgrund der gleichen Dinge glücklich wie andere bei derselben Sache oder Situation. Glück kann demnach sehr vielseitig sein. Glück zu haben und glücklich zu sein ist auch nicht das Gleiche. Glück habe ich, wenn ich die Bahn bekomme, obwohl ich zu spät aus dem Haus gegangen bin. Glücklich sein ist ein Gefühl, das ich habe, wenn ich morgens die Augen öffne und die Sonne scheint, mir eine einzigartige Fotografie gelingt oder, oder, oder…, aber in jedem Fall bedeutet glücklich sein zu können Glück zu haben.

Konsum & Minimalismus
Minimalismus? Schon mal gehört? Wenn nicht, könnt ihr es gerne googeln (übrigens eine meiner liebsten Beschäftigungen, wenn ich mal was nicht weiß oder etwas genauer wissen möchte, was ziemlich oft vorkommt). Ich kann Euch aber auch eine kurze Definition mit an die Hand geben, die ich für mich festgelegt habe:

Minimalismus bedeutet nicht, wie viele es vielleicht vermuten, dass ich von heute auf morgen alles was ich besitze in Säcke packe und entsorge, damit sich in meinem Haushalt nur noch genau eine Sache von allem befindet was ich zum Leben brauche. Ich kann auch minimalistisch leben und trotzdem zehn T-Shirts im Schrank haben.
Es geht beim Minimalismus viel mehr darum sich bewusst zu überlegen was man tatsächlich braucht und was nicht. Es geht um die Einfachheit des Lebens und darum mit dem bisschen was man hat trotzdem oder genau deshalb glücklich, wenn nicht sogar glücklicher, zu sein, weil der ganze Ballast, denn man nicht für notwendig erachtet, gar nicht erst entsteht. Im nächsten Zug wird natürlich der Konsum der Dinge auf das Notwendigste minimiert und sich vor dem Kauf einer Sache drei Mal überlegt, ob das entsprechende Stück oder auch Lebensmittel Verwendung findet oder eher als belastender Bestandteil in meinem Leben landet. So viel zu meiner Definition von Minimalismus.

Und warum jetzt das Ganze? Warum sollte ich minimalistisch leben?

Hmmm… gute Frage. Bei mir kam das irgendwie schleichend. Zum einen, weil es mir irgendwann zwischen Mitte 2012 und Studienbeginn im Oktober 2013 zuwider war shoppen zu gehen (die Produktionsbedingungen für Kleidung sind übrigens zum Großteil absolut grauenhaft! Filmtipp: The true cost, z.B. auf Netflix) und trotz dass ich das bis dahin sehr gerne gemacht habe, habe ich immer häufiger danach festgestellt, dass mich das nicht langfristig glücklich und zufrieden macht. Als ich mit 26 Jahren angefangen habe zu studieren und aus finanziellen Gründen nicht mehr die Möglichkeit hatte Unmengen an Geld für Kleidung auszugeben und mir es an nichts fehlte, habe ich mir immer öfter überlegt, was ich tatsächlich brauche und was nicht, hinterfragt was nötig, was verschwenderisch und was unvernünftig ist. Von der Notwendigkeit, kam ich dann zum Thema Glück, weil ich trotz des einfachen Lebens Dinge brauche, die mich in meiner Freizeit glücklich machen.

Was macht mich glücklich?
Dinge über die ich blogge bzw. das Bloggen und Schreiben an und für sich, mit allem was dazugehört (ich mag diesen Raum sehr, den ich mir dadurch als Mensch gebe, natürlich in der Hoffnung anderen in irgendeiner Weise etwas mit auf ihren Weg geben zu können), den minimalistischen Lebensstil mit eingeschlossen, der sich hier und da in Beiträgen zeigt, Lächeln (am liebsten immer wenn es geht), Spaziergänge, Zeit für mich zu haben und meine Zeit sowie Energie für die Dinge nutzen zu können, die ich gerne mache, sei es allein oder gemeinsam mit Freunden, der Sonnenschein, die Freude anderer Menschen, Kunst (wenn ich dafür Zeit habe genieße ich das sehr), Kreativ zu sein (egal wie), die Ruhe auf meinem Balkon an einem Sonntagmorgen und die Fähigkeit, die Dinge anzupacken, die ich gerne anpacken möchte. Das Fotografieren nimmt dabei einen besonderen Stellenwert ein: Ich habe nirgendwo die Ruhe, Zufriedenheit und das Glück so sehr gespürt, wie in dem Augenblick wenn ich meine Kamera in der Hand habe und anfange zu fotografieren. Dieses Gefühl, dass in dieser Zeit nichts wichtig, nichts von Bedeutung ist, als die Momente, die mir vor die Linse kommen, einzufangen. Das ist das größte Geschenk, was ich mir in den letzten Jahren selbst gemacht habe (die Kamera habe ich seit September 2017) und von dem ich mein Leben lang zehren kann. Die Liste der Dinge, die mich glücklich machen ist sicher noch nicht komplett (Käse, Butter, ein schönes Wort, das mir gefällt, dunkle Schokolade…) – es gibt eben so viele großartige Sachen 🙂

Und die Mode?
Trotz dass ich mich immer noch als ein kleines Modeopfer sehe (die Nähmaschine für eigene Kreationen steht schon in der Wohnung), denn ich habe unglaubliche Freude daran Outfits zusammen zu stellen (das hatte ich schon als Kind bzw. Teenager und die Frage: ‚Was ziehe ich denn dazu an?‘ war mehr ein Claim zu meiner Person als eine wirkliche Frage), Kleidungsstücke neu und anders zu kombinieren, stehe ich dem Thema Shoppen (egal in welchem Bereich) mittlerweile viel kritischer gegenüber und wirklich glücklich macht es mich eben nicht. Die Freude, wenn ich mal ein schickes Teil im Second-Hand-Laden finde oder zufällig auf ein Oberteil stoße, bei dem ich weiß, dass es Potential zu einem Lieblingsstück hat, ist dennoch da. Außerdem gibt es diese besonderen Anlässe wie Veranstaltungen (z.B. der Da Wanda-Handgemacht-Markt) oder ein Urlaub, bei dem ich mir gerne eine schöne modische Erinnerung mitnehme und mich daran auch noch im Nachhinein erfreue.

Fazit
Meine Art Minimalismus ist vielleicht nicht wie im Lehrbuch oder nach der Definition, aber einen Weg zu finden, nicht viel zu brauchen um glücklich zu sein und sich nicht als Bestandteil der konsumorientierten Gesellschaft zu fühlen, ist dem Grundkonzept des Minimalismus zumindest nah. Und so lange ich mit dieser Art zu leben glücklich bin, kann es so falsch nicht sein, oder?

Und nun gerne an Euch: Was macht Euch glücklich oder seid ihr noch auf dem Weg herauszufinden, was Euch glücklich macht? Was hindert Euch eventuell daran? Auf was könnt ihr nicht verzichten, was Euch Freude bereitet? Oder habt ihr Euch die Frage noch nie gestellt?

Foto: Hannah von Träum Weiter

Spaziergang: Über das Gehen

Ich mag Spaziergänge sehr, also darf ich vorstellen: mein rechter und mein linker Fuß.

rechter_linker_fuss

Was ist Gehen?

Gehen ist zunächst einmal die Beschreibung, wenn ein Mensch seinen linken und rechten Fuß abwechselnd voreinander setzt und dabei ein mäßiges Tempo behält. Eben kein Joggen, aber auch kein schneckenartiges Schleichen.

Und was passiert beim Gehen?

Da das Gehen ein automatisierter Ablauf ist über den wir uns nicht weiter den Kopf zerbrechen müssen, passiert beim Gehen genau das, was passieren soll. Wir haben uneingeschränkten Zugriff auf alle unsere Sinne. Der Fokus liegt mehr auf der Umwelt, das was uns umgibt und nicht auf dem was wir gerade daheim vor uns hätten, sei es auf dem Schreibtisch oder auf der Arbeitsplatte in der Küche. Das Gehen gibt uns den Raum, den wir wonders nicht haben (vorausgesetzt wir laufen nicht zu einem Termin oder Ähnlichem oder können weder Tisch noch Arbeitsplatte ausblenden), es gibt uns die Möglichkeit ganz bei uns zu sein und doch unsere Umwelt wahrzunehmen. Das Gehen gibt uns die Chance, dass das was woanders wichtig wäre genau in dem Moment nicht als wichtig einzustufen. Wir sind da und gehen – nicht mehr und nicht weniger. Entspannt und mit einer Ruhe, die nichts durchbrechen kann.

ast_wald

Wenn wir also während des Gehens den Blick auf den erdigen Waldboden richten, nehmen wir jedes Detail wahr, sehen jeden abgebrochenen Ast auf dem Boden, die vielen unzähligen Blätter, die wie zu einem Bett auf der Erde zusammenliegen und riechen die kühle, feuchte Waldluft, die vor unglaublicher Reinheit zu strotzen scheint. Wir streichen über den Baum am See, fühlen die Unebenheiten in der Rinde, berühren die Erde am Boden und fühlen die kleinen Körner, wenn wir die Fingerspitzen aneinander reiben.

Das Gehen ist demnach eine schöne Möglichkeit all das was uns umgibt wahrzunehmen, abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen. Die einzige Voraussetzung dafür sind ein rechter und ein linker Fuß sowie die Überwindung des inneren Schweinehundes, also mal mehr als nur die 50 Meter zur nächsten Haltestelle oder dem Auto zu laufen und die Fähigkeit genau in dem Moment alles andere (un)wichtige auszublenden.

Tipp
Einfach mal alles stehen und liegen lassen, Hausschlüssel schnappen und nach draußen in das nächste Waldstück laufen.