Füße zu groß oder Schuhe zu klein?: Wenn der Blog nicht mehr passt | PLUS: Lösungsvorschläge

Es kneift mich wie ein falsch geschnittenes Kleid, dessen Nähte sich unangenehm in meine Haut graben. Der Stoff kratzt. Es fällt nicht schön. Es passt einfach nicht. Zu dem Kleid trage ich Schuhe, die etwas zu klein ausfallen oder sind etwa meine Füße gewachsen?

Seit einem dreiviertel Jahr überlege ich schon was mich an meinem Blog stört. Alles fing mit der Reise in die USA an. Davor und besonders kurz danach hatte ich das Gefühl, dass der Blog nicht mehr zu mir passt und habe es mit einer Namensänderung versucht. Etwas vergeblich, aber hätte ja funktionieren können. Grundproblematik: Mein Interessenspektrum ist einfach zu groß!

Nun, ein halbes Jahr nach der Namensänderung, hat sich in meinem Kopf ein neues Konzept entwickelt. Es ist in aller Ruhe gewachsen, hat Hand und Fuß, einen roten Faden und liegt mir sehr am Herzen. Es ist ein umfangreiches Projekt, das sich gut ausbauen lässt und mir schon jetzt im Aufbau unheimlich Freude macht. Hauptthemen sind: Natur, Nachhaltigkeit und Fotografie. Wenn der Blog online geht, gebe ich natürlich Bescheid und würde mich freuen Dich bei meinem Herzensprojekt wiederzusehen 🙂
Je nach Lust und Laune veröffentliche ich sporadisch auch hier eventuell noch Artikel.

Da Du dir natürlich aus diesem Artikel auch noch was mitnehmen solltest, anbei ein kleiner Fragenkatalog mit Lösungsvorschlägen, wenn Du auch das Gefühl hast, dass Dein Blog nicht mehr zu Dir passt:

  1. BLOGTHEMA
    Hast Du das Gefühl, dass Dein Blogthema nicht mehr zu Dir passt? Lösungsvorschlag: Erstelle neue Kategorien (Archiviere was Dir nicht mehr passt: Kategorie Archiv, Ablage, Alte Artikel) oder erstelle einen neuen Blog (wenn Du alles anders machen möchtest).
  2. BLOGNAME
    Du hast Dir zu Beginn einen Namen ausgesucht, der nicht mehr zu Dir oder Deinem Blog passt?
    Lösungsvorschlag: Bei WordPress kannst Du einfach den Namen ändern. Wie das geht findest Du hier. Falls Du bei der Namensfindung Schwierigkeiten hast, überlege was der Blog transportieren soll und mache ein Brainstorming. Ergänzend kannst Du auch Artikel zu dem Thema finden (z.B. Blogkiste). Eine gute Grundüberlegung ist: Ist der Blog eher persönlich oder unterhaltend/informativ? Persönlich: Binde Deinen Namen mit ein. Unterhaltend/informativ: Finde eine kurze, knackige Umschreibung/Assoziation.
  3. BLOGARTIKEL
    Dir fällt es aktuell schwer Artikel zu schreiben?
    Lösungsvorschlag: Überlege was der Grund sein könnte. Vielleicht brauchst Du nur eine Blogpause oder etwas Inspiration von außen. Unterhalte Dich mit anderen Bloggern oder besuche andere Blogs und lass Dich inspirieren.
  4. BLOGLOOK
    Dir gefällt der Look Deines Blogs nicht mehr oder Du möchtest ein anderes Design ausprobieren?
    Lösungsvorschlag: WordPress bietet sehr viele (auch kostenfreie) Themes, die Du ausprobieren und schließlich aktivieren kannst. Zuvor solltest Du von Deinem Blog ein Backup erstellen, dass Du keine Daten verlierst (bei WordPress: Verwalten > Daten exportieren). Merke: Bei einem Themewechsel stehen dir erst nach der Aktivierung alle Funktionen des Themes zur Verfügung.
  5. BLOGINHALT
    Du hast frisch angefangen zu bloggen, weißt noch nicht so richtig in welche Richtung es gehen soll und Du fühlst Dich etwas planlos?
    Lösungsvorschlag: Blättere durch Deine Artikel und schaue welche Artikel thematisch zusammenpassen. Kategorien sind an dieser Stelle das A und O. Falls Du Schwierigkeiten hast Kategorien zu finden, halte sie allgemein (z.B. für alles rund ums Basteln und Handwerken: handgemacht, Wolle & Papier, verbastelt, (mit) Kleber und Nadel). Auch ist es möglich ganz allgemeine Oberkategorien zu erstellen und das Thema in weitere Kategorien aufzuschlüsseln (z.B. Oberkategorie: bewusst leben, Unterkategorien: Ernährung, Fit im Alltag, Yoga für Anfänger, Achtsamkeit im Job,…).
  6. BLOGLOGO
    Dein Bloglogo findest Du mittlerweile doof?
    Lösungsvorschlag: Versuche die Schrift zu ändern oder füge ein kleines Icon (kleines Symbol, dass thematisch zu Deinem Blognamen passt) hinzu. Manchmal kann auch schon der Wechsel von Klein- auf Großschreibung bei Deinem Blognamen genügen. Bei großen Blogs (viele Follower, mit Kooperation,…) ist es wie bei Unternehmen: Durch den Logowechsel sollte die Wiedererkennung gegeben sein, also keine zu großen Veränderungen am Logodesign. Falls das nicht möglich ist, plane einen kompletten Relaunch mit neuem Look (siehe BLOGLOOK) und hoffe, dass das neue Design gut angenommen wird. Große Designänderungen stellen immer ein Risiko dar, aber Du solltest Dich auch mit Deinem Blog wohlfühlen.

Nun verabschiede ich mich erst mal auf unbestimmte Zeit und wünsche Dir von Herzen ganz viel Freude beim Bloggen und Blogs lesen. Falls Du Fragen hast, kannst Du dich jederzeit über das Kontaktformular bei mir melden. Ich helfe Dir gerne weiter.

Alles Liebe und bleib gespannt auf meinen neuen Blog ♥ Caro

Der Natur so nah… auf Knien | Fotografie

Sonntag. Der Blick auf die Uhr neben meinem Bett lässt mich wissen, dass der Tag im Grunde schon halb vorbei ist. Zum Teufel mit der Uhrzeit. Es ist Sonntag. Kaffee und Kamera machen den Rest.

Ich habe lange nach einem Ort gesucht an dem ich vollkommen zur Ruhe komme und mich nichts, rein gar nichts, aus dieser wieder rausreißen kann. So bin ich in der Natur gelandet – ohne Yogamatte unter dem Arm, ohne Meditation und halbem Lotussitz (ganz bekomme ich ihn nicht hin). Nur die Kamera und der Wald.

Auch wenn sich sonntags in dem Wald um die Ecke Menschen tümmeln. Sie nutzen den Sonntag für einen Spaziergang, Familienausflüge oder die große Runde mit dem Hund und die Ruhe mit dem Vogelgezwitscher wird durch menschliche Geräusche wie die Räder eines Fahrrads auf dem noch feuchten Waldboden, Kindergeschrei oder angeregte Gespräche durchbrochen. Trotz alle dem bin ich die Ruhe selbst und lasse mich von den Pfützen am Boden inspirieren, wofür ich auch mal auf die Knie gehe um das Bild so hinzubekommen wie ich es mir vorstelle.

Was mich an den Pfützen genau inspiriert und fasziniert hat?

Wenn man den Kontext weglässt entsteht ein vollkommen neuer Eindruck und eine ganz andere Perspektive auf die Natur, fast wie ein verkehrtes Gemälde, bei dem die Farben am Rand den Inhalt gekonnt einrahmen oder unruhige Stellen im Wasser das sonst klare Bild wie ein Stilmittel durchbrechen.
Die Natur ist da, sie ist nah, fast greifbar und doch nur eine Spiegelung dessen was sich tatsächlich um uns herum befindet.

Fährt jetzt jemand mit dem Fahrrad durch die Pfütze ist das Bild verschwommen, fast komplett verschwunden ähnlich wie die Zeit an einem schönen, sonnigen Sonntag.

Ein freier Tag: Von großen Hüten und Pusteblumen | Fotografie

Ein freier Tag. Ein Tag voller Möglichkeiten. Für viele Menschen eine angenehme Abwechslung zum Alltag. Ein Stück Freiheit fernab von allem. Freiheit alles unternehmen zu können: Ausschlafen, sich vom Bett auf die Couch begeben, Filme schauen, in die Therme oder spazieren gehen, zur Ruhe kommen, entspannen, die Seele baumeln lassen, schlemmen und den Tag genießen. Es ist ein freier Tag. Ohne Verpflichtungen. Ohne Ziel. Ohne Zeit.

Für mich ist ein freier Tag mehr als das. Ich würde jeden freien Tag, wie auch schon fast alle Tage unter der Woche, gerne in persönlich kompatible Aktivitätseinheiten (Zeiteinheiten funktionieren nicht) einteilen und diese gerne unter einen Hut bringen. Aber bitte einen ganz großen, mit breiter Krempe unter der sich Falten bilden können für noch mehr Luft für all das was am Rande angedacht dann doch noch Platz findet. Dieser Hut passt auf keinen Kopf und würde beim ersten Windstoß weggeblasen. Mit Leichtigkeit. Ohne Mühe. Ohne eine Möglichkeit ihn festzuhalten.

Wenn der Hut etwas kleiner ausfällt, sind Entscheidungen relevant. Am besten Bauchentscheidungen mit einer Brise Fragen: Was habe ich länger nicht gemacht? Scheint die Sonne? Ist mir nach daheim im Bett kuscheln oder Rausgehen? Wo ist die Kamera? Ist der Akku geladen? Speicherkarte! Und dann gehen. Gehen ist immer eine gute Entscheidung, auch am ersten Mai, wenn alle Menschen das Spazieren gehen plötzlich wieder für sich zu entdecken scheinen. Auch dann ist Gehen eine Option. Mit Kamera. Ohne Ziel. Ohne Zeit. Ohne ein Motiv im Kopf, was unbedingt fotografiert werden muss. Der Weg. Die Natur. Die Pusteblumen. Auch die, bei denen ein paar von den Samen fehlen. Es sind trotzdem Pusteblumen.

Das ist der Moment. Alles andere ist in diesem Augenblick ganz klein und passt unter einen Fingerhut. Einen ganz kleinen. Alles was zählt ist der Gedanke zu der Pusteblume mit fehlenden Samen, die in ihrer Unvollkommenheit so vollkommen scheint. Im Nachhinein, so vollkommen wie der freie Tag.

Ein kleiner Schritt: Von Nebel und Sonne | Fotografie

Es ist Morgen. der Zeiger der Uhr bewegt sich zwischen den Zahlen. Langsam wandert er auf acht Uhr. Draußen ist es nebelig und der Tag beginnt seinen Lauf. Neun Uhr. Der Nebel bleibt. Fein säuberlich gepackt steht der Rucksack da, eine Literflasche klemmt an der Seite. Innen drin Gewicht, nichts Besonderes, nur Schwere. Die Tür schließt von außen. Ein Schritt vor den anderen setzend mit dem Gewicht auf dem Rücken laufe ich los. Einen gewohnten Weg. Schritt für Schritt mit nur einem Ziel. Gehen. Laufen. Ein Fuß vor den anderen und wieder vor den nächsten. Gedankenlos, frei, ohne Fokus. Der Weg entlang des Flusses, wo der Frühling den Nebel küsst, ganz sacht und leise. Niemand ist da. Außer ich.

Ich gehe weiter. Unzählige Schritte später. Die Sonne. Sie lacht durch die Baumstämme auf den Weg vor mir. Als wäre sie schon immer da gewesen. Lacht mir ins Gesicht und zaubert mir ganz natürlich ein Lächeln auf die Lippen.

Während ich die Sonne in mir aufsauge, die Augen schließe und ganz bei mir bin, verliere ich mich in Gedanken und merke wie ich loslasse. Was auch immer, wie schwer das Gewicht auf meinem Rücken auch ist, ich lasse los. Es geht nicht um die Schwere auf meinen Schulter, nicht um den Hüftgurt, der auf die Naht meiner Kleidung drückt und Druckstellen verursacht, nicht um den Wanderschuh, der an der linken Ferse Blasen hervorruft. Es geht um den Weg. Es geht um das Laufen. Es geht um den Moment.

Es geht um den Moment auf den Nebel zu blicken, der einen guten Blick, ein Detail oder den Fokus in der Weite nicht zulässt und dabei zu merken, dass der Nebel in der Ferne nicht weiter von Bedeutung ist. Er ist da, ob wir es manchmal möchten oder nicht. Sich dennoch auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, vielleicht auch auf das Gewicht, das die Schultern ein wenig schmerzen lässt, vielleicht auch nur auf den einen richtigen Schritt vorwärts, kann einem bewusst machen, dass man die Sonne, die alles erhellt nicht im Nebel, sondern ausschließlich bei sich selbst zu finden ist. Bei den Füßen, im Lächeln und in sich.

Vom Nebel zur Sonne ist es manchmal nur ein kleiner Schritt.

Abendspaziergang: Schnappschuss oder dieser eine Moment | Fotografie

Der Weg nach Hause von der Arbeit. Insgesamt 4,9 km. Knapp 50 Minuten. Der Weg am Fluss entlang, etwa 15 Minuten des kompletten Weges, auf Beton mit grün rechts und links. Das Sonnenlicht bricht zur Abendstunde durch die Zweige über das Wasser bis hin zur Linse und direkt in mich hinein. Ich sauge es auf wie ein Schwamm. Der Frühling zeigt sein Gesicht und ich komme nicht umhin mich zu fragen: Kann nicht alles ein wenig wie der Frühling sein? Diese wunderbare Zeit, wenn alles ein Stückchen heller und sonniger wird. Wenn sich das Gemüt von der kalten und teils bedrückenden Winterzeit loslöst und sich in ein neues Kleid verwandelt, das mit Leben, Energie und Inspiration geschmückt ist, welches sich umgehend und mit all seinen Fasern und mannigfaltigen Facetten um einen herum legt wie eine zweite Haut. Wenn der Alltag schwindet und sich ein wunderbares Gefühl der Leichtigkeit und Freiheit breit macht wie eine große Kelle mit Eierkuchenteig in einer Pfanne mit Öl.

Wenn sich einem die Natur in ihrer zutiefst natürlichen Schönheit offenbart und es nichts weiter kostet als für einen Moment inne zu halten und diesen Augenblick zu genießen. Wenn man die Möglichkeit besitzt das zu sehen, sich dessen bewusst wird und realisiert, dass man sich ausschließlich dieser Schönheit hingibt.

In dieser kurzen Sekunde.
In diesem wunderbaren Augenblick.
In diesem einen Moment.

Fotografie: Von schöner Vergesslichkeit oder der Sonne, die eine Blüte küsst…

Meinen Samstag hatte ich schon zwischen Netflix und den nötigen to dos verbracht, weshalb ich mir für Sonntag vorgenommen hatte endlich mal wieder die Kamera zu schnappen und nach draußen in den Wald zu gehen. Es ist Sonntagmittag und ich lade den Akku meiner Kamera. Vorsorglich. Damit ich beim Spaziergang nachmittags ganz viele Bilder schießen und der Spaziergang zu einer Symbiose zwischen frischer Luft, Fotografie und dem Träumen zwischen den Ästen im Wald werden kann. Kaum habe ich das Haus verlassen und befinde mich an der ersten schönen Stelle im Wald (ein Baumstamm auf dem sich ein Rest Schnee oder Frost zum Schlafen abgelegt hat, dahinter die Kahlheit des Waldes – ohne Blätter – einzig nackte Äste und Bäume, die die Kälte der Natur widerspiegeln), leuchtet das Display der Kamera beim Anschalten nicht auf. Ich gehe im Kopf nochmal fünfzehn Minuten zurück. Fuck! Der Akku liegt auf meinem Schreibtisch. Da diese Vergesslichkeit mir nicht den schönen Spaziergang vermiesen, sondern nunmehr versüßen soll, gehe ich eine große Runde durch den Wald. In der Kälte, die sich durch meine Leggins und Stulpen bohrt, genieße ich die Nacktheit der Bäume, den harten erdigen Boden, die Natur in seiner vollen winterlichen Pracht (wenn auch ohne den dekorativen Schnee) und atme die kalte Luft in Strömen ein. Gehe Schritt für Schritt vorwärts und verliere mich in dieser kühlen und vertrauten Atmosphäre.

Wieder daheim angekommen lege ich den Akku in die Kamera, denn ich hatte schon länger nicht mehr draußen fotografiert und gehe zu der Brücke in einer Seitenstraße bei mir um die Ecke. Die Sonne steht weit unten, aber nicht zu weit und nach ein paar Schüssen, setze ich mich im Schneidersitz vor diese Pflanze (ich kenne die genaue Bezeichnung von ihr nicht) und fange an durch ihre ‚Blüte‘ gegen die Sonne zu fotografieren. Das war wieder einer dieser Momente, die ich unheimlich schätze und bei der ich meine Vergesslichkeit nicht verfluche, sondern mag, denn ohne sie hätte ich diesen ergreifenden und wunderbaren Moment nie festhalten können, bei dem die Sonne diese Blüte küsst.

Highlight (das ich unheimlich gefeiert habe): Ein kleiner Junge fragte seine Mama: „Mama, was macht die Frau da?“ (Ich im Schneidersitz vor einem Absperrzaun mit der Linse zur Sonne) – „Schatz, sie fotografiert.“

Augenblick mal: Was ist Zeit und wo ist das Gefühl? | Leben & Fotografie

Das Bild für den Beitrag hatte ich gestern schon rausgesucht (es ist eines von meinem alten Blog – so viel zum Thema Zeit), aber konnte meine Gedanken zum Thema Zeit, auch wenn der Artikel damals auch um das Thema Zeit ging, nicht festhalten. Ich habe wohl noch Zeit gebraucht, alleine daheim, an meinem Küchentisch, mit dem Blick auf meine Kamera, die mich vorwurfsvoll anschaut, weil sie schon lange nicht mehr draußen in der Natur war. Dabei fühlst sie sich dort sehr wohl – und ich mich auch. Diesen Weg zum Wald, den ich so sehr liebe, habe ich schon länger nicht mehr gemacht – Vorweihnachtsstress, Weihnachsstress, Silvester und dann das neue Jahr scheinbar voller Möglichkeiten. Das neue Jahr mit seinen Möglichkeiten? Neuen Möglichkeiten? Im Ernst, dass ist in meinen Augen kompletter Bullshit. Warum braucht man einen ersten Januar um etwas neues zu beginnen, etwas neues zu erleben oder auch etwas neues an sich entdecken zu wollen. Die beyourbestself-Industrie wirbt um diese Zeit wahrscheinlich besonders mit Wegen, die man gehen kann, um sich ein schönes neues Jahr zu bescheren, das meist schon in der dritten Januarwoche vergessen ist. Und was passiert dann? Wir kehren in alte Gewohnheiten und Muster zurück, die mit unseren guten Vorsätzen rein gar nichts mehr gemein haben. Nicht dass ich grundsätzlich gegen eine beyourbestself-Bewegung bin, aber setze es doch um, wenn Dir danach ist und nicht weil der 1.1. vor der Tür steht und Du bis dahin zwanghaft versuchst herauszufinden was Du ändern möchtest und vielleicht eher halbherzig zu semi-erfüllbaren Vorsätzen greifst, bei denen es Dich schon im Februar ärgert, dass Du sie nicht erfüllen konntest. Wieso nimmst Du dir dafür nicht Zeit (der 17. Juli oder der 28. September sind genau so ein Datum wie der 1.1)? So viel zu dem Thema Vorsätze, das ich unbedingt unterbringen wollte und mir wohl die Zeit fehlte, das auf eine schöne Art und Weise umzusetzen. Aber wie setzt man Wahrheit oder eine Meinung am Rande schon schön um? Genau.

Um nun doch zum Thema Zeit zurückzukehren: Zeit ist ein kostbares Gut, dass sich schwer in Worte fassen lässt. Zeit ist manchmal nur die Beobachtung, dass der Regen in Tropfen auf die Erde fällt und sie aufweicht, Zeit sind die Augenblicke, die morgens verstreichen während der Kaffee aufbrüht, Zeit sind Momente zwischen Himmel und Erde, die so unfassbar schön sind, dass Du sie festhalten möchtest. Zeit ist alles und nichts. Zeit festhalten ist unheimlich schwierig, wenn nicht sogar unmöglich (denn sie vergeht, trotz dass Du in dem Moment verharrst, ihn genießt und Du ihn von Herzen gerne festhalten würdest – der Moment geht dennoch vorbei). Einen Moment erneut genauso zu erleben wie einen anderen zuvor ist definitiv unmöglich, schon allein weil Du in einer anderen Stimmung bist, neue Erfahrungen dazugekommen sind, Du vielleicht sogar insgesamt eine neue Sichtweise auf das Leben eingenommen hast und Dir aufgrund dessen andere Gedanken als zuvor in den Sinn kommen. Zeit ist deshalb einerseits ein unheimlich schönes Geschenk, andererseits prägt einen Menschen das Vergehen von ihr, von Momenten und Augenblicken, die sich im Nichts auflösen und zu verpiffen scheinen – die Kunst besteht darin sie in jeglicher Hinsicht, den Moment und den kleinsten Augenblick, zu schätzen oder schätzen zu lernen (denn er ist vergänglich). So wie dieser wunderbare Moment vor einem guten Jahr als ich mit herzlichster Freude dieses Foto von der Uhr gemacht habe, womit ich für mich einen Moment festhalten konnte, denn ich erinnere mich wie gestern an das Gefühl vollkommener Zufriedenheit und Glück, dieses Ausprobieren von Winkeln und Bildaufteilung zwischen der Detailtreue, die an dem Ziffernblatt hängt. Also kann ich doch ein wenig – vielleicht nicht die Zeit – aber ein Gefühl festhalten: in schwarz/weiß auf einer Holzkiste mit einem weißen Ziffernblatt.

Welche Momente/Zeit schätzt Du sehr?

Postkarte | Über Sehnsucht

Sehnsucht ist ein Gefühl, dass sich in meinen Augen sehr schwer beschreiben lässt. Ein wehmütiges Ziehen irgendwo in der Magengrube, ein vor-sich-hin-träumen vom nächsten Urlaub während der Fahrt in der Straßenbahn, ein Blick auf ein Foto. Und dann gibt es noch die Sehnsucht, die entsteht wenn einem das was man in diesem einen Moment gefühlt hat fehlt. So ging es mir vor einigen Tagen.

Es gibt so Tage. So Tage wie letzten Donnerstag. So ganz normale Tage von außen betrachtet. Der Ablauf gleicht jedem anderen Tag und doch ist er anders. Kaffee am Morgen, arbeiten, Feierabend. Ich steige nach dem Geschäft in die Bahn ein und schaue der Sonne entgegen, die auf dem Weg zum Untergehen ist, schreibe und wünsche mich an jenen einen Ort zurück an dem der Zauber der Sonne mich so sehr eingefangen hat, dass ich von der Hauptstraße in einen Weg abgefahren bin, um noch länger etwas von diesem wunderschönen Anblick zu haben, ihn aufzusaugen und die Energie dieses Moments zu nehmen. Dieser Ort, so viele Meilen weit weg von zu Hause, dieser eine Ort, der mich an diesem einen Morgen in seine Stille und Ruhe eingehüllt, mich beschützt und mir gezeigt hat, wie unglaublich die Welt aussehen kann, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und die Augen dafür öffnet.

Und nun?

Nun ist einige Zeit vergangen seit diesem Moment. Es sind weitere Tage vergangen seit letztem Donnerstag und ich habe seither wieder die Sonne gesehen mit dem Wissen, dass es die gleiche Sonne ist, aber nicht die gleiche Stimmung, nicht die gleiche Ruhe, nicht der gleiche Morgen, nicht das gleiche Gefühl. Das ist Sehnsucht.


Foto: eigene Aufnahme, Ort: Nähe Fresno, Kalifornien, USA

Wandern: Zwischen Entspannung und Blasen an den Fersen

Ich liebe es spazieren zu gehen, am liebsten in der Natur, im Wald, an einem Fluss entlang und am liebsten so, dass ich keine anderen Geräusche wahrnehme als das Vogelgezwitscher und den Wind, der durch die Blätter weht.

Die Wanderschuhe
Wandern, die etwas ausgedehntere Variante von spazieren gehen begleitet mich schon eine Weile (seit Kindesbeinen um genau zu sein und damals fand ich das semi-toll, je nach Laune auch mal gut bis sehr gut), aber war in den letzten Jahren eine eher selten ausgeübte Aktivität. Dennoch (auch im Zuge weiterer geplanter Wandertouren) lag es nahe, sich endlich mal ein gutes Paar Wanderschuhe zu kaufen. Wie bei anderen Schuhen für spezielle Aktivitäten (Reiten, Joggen, Ballett,…), benötigt man nämlich auch für das Wandern besonderes Schuhwerk. Hier wird dann von Wald- und Wiesen-Wanderschuhen bis hin zu Hardcore-Bergsteiger-Wanderschuhen, von wasserdicht mit Gore-Tex bis hin zum geschmeidigen Volllederschuh mit unterschiedlichsten Fußbreiten so ziemlich alles angeboten. Nach zwei Besuchen im Fachhandel und weiteren Recherchen im Internet (nach einiger Zeit war ich dann schon Halbexperte im Gebiet Schuhsohlen von Wanderschuhen auf Stein und Waldweg), hatte ich endlich ein Paar von Lowa gefunden, das die meisten Anforderungen erfüllt und auch wenn die Farbe beim Wandern keine Rolle spielt: Die Wahl zwischen der Kombination dunkelblau/lila und schiefer/türkis weckte die modebewusste Seite an mir dann doch.

Einlaufen von Wanderschuhen
Nach dem Schuhkauf ist zu empfehlen die Wanderschuhe vor der ersten großen Wanderung einzulaufen, damit etwaige Druckstellen beseitigt werden können und sich der Schuh insgesamt besser an den Fuß anschmiegt. Bei meiner Schuhwahl, einem luftdurchlässigen Lederschuh, standen die Chancen 50/50, dass sich die Druckstellen und Blasen in Grenzen halten, da Leder im Normalfall noch einmal mehr nachgibt als Schuhe aus anderen Materialien wie Textilien, synthetischem Leder etc.

Der Wanderschuh-Einlauf-Weg
Beim Weg hatte ich überlegt, ob eine kleine Zwei-Stunden-Tour reicht oder eine größere Tour vielleicht besser ist, um die Grenzen beim Schuh auszutesten bzw. um ananas_petersilie_eisherauszufinden an welchen Stellen es drücken könnte. Die große Tour hat schließlich gewonnen: Ein Mal zum Cospudener See und zurück mit einem kleinen Stopp bei ‚Brot und Kees‘ (hier gab es ein exotisches Ananas-Petersilie-Eis – die Schuhe machen nämlich auch mutig :)), dem Sandstrand am Cossi und dem ‚Glashaus im Clarapark‘. Die Strecke umfasste dann insgesamt:
– 20,7 Kilometer
– 6 Stunden (mit Pausen)
– 28.297 Schritte
– 1 Stockwerk (wo auch immer das herkam)
– Waldwege/Wege mit steinigem Untergrund und geteerte Wege im Verhältnis 60/40

Von der ganzen Strecke fand ich die Waldwege bei denen die Bäume rechts und links empor ragten am Schönsten. Das Gefühl von Ruhe und vollkommener Entspannung stellt sich in diesen Momenten ein als gäbe es in mir einen Schalter, der mich und meine ganze Energie auf das geringste Maß senkt, meine Gedanken zum Schweigen bringt und mich in eine Welt eintauchen lässt, die so viel Wohlfühlatmosphäre und Natürlichkeit mit sich bringt, so viel Gelassenheit ausstrahlt und mich von jetzt auf gleich zufriedener, ruhiger und ausgeglichener macht. Auch wenn ich nach nicht ein mal zwei Stunden wandern schon die Druckstellen an den Fersen gemerkt habe (die Blasen rechts und links waren nicht zu vermeiden, der Muskelkater geht einigermaßen), war der Weg jeden einzelnen Schritt wert. Jeder Schritt war Entspannung pur, jeder Schritt hat mich meinem Ziel die Schuhe richtig einzulaufen näher gebracht, jeder Schritt hat mir gezeigt, dass ich mit den Wanderschuhen eine Entscheidung getroffen habe, die ich, trotz nicht ganz unerheblicher Schmerzen an den Füßen und in den Beinen, nicht bereuen werde, jeder Schritt hat mir bestätigt, dass meine Leidenschaft für Spaziergänge und die Natur mitunter die schönste ist, die ich habe und nun auch professionell genießen kann.
entspannung_waldweg

Fazit
Schicke und tolle Wanderschuhe, eine ruhige, schöne Wandertour, die mich mal wieder unheimlich entspannt hat. Zum Einlaufen würde ich das nächste Mal (also bei den nächsten Wanderschuhen) eine kleinere Tor von zwei bis drei Stunden wählen.

Hast Du auch Wanderschuhe? Und wenn ja, hattest Du auch Blasen bzw. wie war Deine Einlauftour?

– unbezahlte Werbung: Locations & Name –

Klarheit: Zwischen fasten und Bäumen…

Habt ihr manchmal auch das Gefühl, dass ihr vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr seht? Dass alles um Euch herum verschwommen ist, ihr vielleicht einen Weg entlang geht, aber beim Blick auf dem Boden seht, dass es rechts und links keine Begrenzungen gibt? Wenn ihr dann nach einem Weg sucht oder das Gefühl habt, nun eine Entscheidung treffen zu können und dann von irgendwo her eine Schranke erscheint, die es unmöglich macht den Weg zu gehen oder die getroffene Entscheidung umzusetzen, ihr Euch abwendet und wieder ins Nichts starrt, am gleichen Punkt wie vorher steht und im Grunde nicht mehr wisst wo es nun hingehen soll und Euch die Suche nach einem Weg nur wieder zurück an den Startpunkt bringt, dreht ihr Euch im Kreis, bewegt Euch an der selben Stelle, steht still.

Manchmal ist es eben so, dass wir weitergehen möchten, uns dennoch im Kreis drehen oder still stehen, nur um dann irgendwann festzustellen, dass vielleicht nicht die Bäume das Problem sind, sondern wir selbst. Egal wie verworren, verschwommen, aussichtslos oder verquer die Bäume sein mögen, liegt es an uns festzustellen warum es gerade so aussieht und was wir aktiv dagegen unternehmen können, um diese Situation zu verändern und mehr Klarheit zu erlangen. Eine Möglichkeit, was ich selbst nicht so intensiv klärend eingeschätzt hätte, ist fasten. Beim Fasten, also dem Verzicht auf feste Nahrung für mindestens 5 Tage (das würde ich als Mindestmaß ansetzen), liegt der Fokus nicht auf dem Konsum von Genussmitteln, sondern auf dem freiwilligen Verzicht auf diese. Auch wenn es mitunter negative Begleiterscheinungen während der Fastenzeit geben mag, überwiegen die positiven in jedem Fall. Ich kann immer noch nicht komplett beschreiben was dabei genau passiert, aber die geistige Klarheit ist ein bereichernder Nebeneffekt, der nicht zu unterschätzen ist.

Wer nicht fasten möchte oder wem das alles zu kompliziert erscheint, kann sich trotzdem Klarheit verschaffen. Im Grunde gilt es sich zu überlegen, wo es gerade hängt, was einen persönlich am eigenen Leben(salltag) stört und dann weiter zu überlegen, wo man ansetzen kann, um etwas zum Positiven zu verändern. Bin ich mit meinem Alltag nicht zufrieden, weil er mir zu monoton ist, wäre es schön ein Hobby zu finden, welches mir Freude bereitet. Wenn ich das Gefühl habe zu wenig zu lesen, sollte ich mir Bücher raussuchen, die mich interessieren und sie in meinen Tagesablauf integrieren, z.B. als Schlaflektüre (das hilft auch beim Einschlafen, falls es da Probleme geben sollte). Stört es mich, dass ich ungesund und fettig esse, dann wäre es eine Überlegung wert, mich ein wenig mit gesunder Ernährung zu beschäftigen und diese auch in der Küche umzusetzen. Habe ich das Gefühl mich zu wenig zu bewegen, wäre ein regelmäßig ausgeübter Sport sinnvoll.
Wo es am Ende auch kneift oder zwickt, diese eine kleine Veränderung kann viel mehr bewirken als es zunächst vielleicht den Anschein hat. Manchmal reicht auch eine kleine Runde um den Block, der Abstand von der häuslichen oder gewohnten Umgebung, vielleicht ein Spaziergang zwischen den Bäumen, um zu erkennen, dass die Bäume der Wald sind.

Viel Freude bei den kleinen Veränderungen 🙂
Herzlichst ♥ Caro