Kolumne: Let’s talk about… Stillstand

Ich würde so gerne mal etwas Exotisches kochen – aber kann ich das überhaupt? Hmmm, die Pasta da sieht gut aus, mal sehen. Acht Minuten in der Mikrowelle – perfekt! Und mal was anderes als die übliche Lasagne.

Heute Abend mache ich auf jeden Fall Yoga und dehne mich ausgiebig zur Entspannung – aber habe ich dafür Zeit? Hmmm, ist die Couch bequem und meine Lieblingssendung kommt auch gerade. Sehr entspannend!

Mal mit dem Rucksack nach Indonesien und sehen was passiert – aber traue ich mich das? Hmmm, die Ferienwohnung in Italien ist so günstig dieses Jahr, die Nachbarn dort sind angenehm und der Pool ist so erfrischend und sauber.

Wie gerne würde ich mein Leben ein wenig ändern, nur ein bisschen – aber ist es so wie es ist nicht angenehm, sicher und unkompliziert?

So und anders könnten Gedanken und Fragen lauten, die sich wohl einige Menschen stellen, wenn nicht sogar mehr als nur einige. Fragen, die Selbstzweifel beinhalten, Ängste, Überlegungen über Zukünftiges, Zeit und monetäre Aspekte. Alles was zunächst eine spannende Grundüberlegung ist wird nachfolgend auf eine gewisse Art und Weise negiert. Es wird eine Begründung gesucht warum auf etwas Gewohntes und Vertrautes zurück gegriffen wird. Das ist der Moment, indem der Mensch still steht, wie erstarrt in seiner Angst, dass etwas Neues oder potentiell Spannendes nicht so gut sein, ihn an seine Grenzen bringen oder sein Leben gar komplizierter werden lassen könnte. Das soll nicht heißen, dass Stillstand etwas Schlechtes ist. Im Grunde ist es ein angenehmer Zustand, in welchem sich der Mensch wohl und geborgen fühlt, eine Komfortzone, die er sich geschaffen hat und in welcher er sich bewegen möchte. Ein Ort, der Sicherheit suggeriert, an dem kein Risiko eingegangen werden muss, ein Ort den wohl viele Menschen einem anderen, eher unbekannten Ort, bevorzugen.

Ausgehend von den vorangegangen Überlegungen stellt sich die Frage warum Menschen die Komfortzone so ungern verlassen. Warum scheuen sie Veränderungen oder Neues? Ist es tatsächlich die Angst, das Risiko, die Zeit? Oder ist es vielleicht viel mehr der Gedanke, dass das Unbekannte so weit weg, so unerreichbar, so unmöglich oder gar unrealistisch scheint (vielleicht auch wegen dem eigenen inneren Schweinehund), weil sie dafür tatsächlich einen Schritt aus ihrer Wohlfühlzone hinein in eine ihnen nicht vertraute Umgebung machen müssten? Und wenn das so sein sollte, wie kann man diese Hürde überwinden und sich bewegen und sein Leben somit ein wenig oder Stück für Stück verändern oder zumindest in Bewegung bringen?

Die einfache Antwort: Machen! Und das ohne Nachzudenken oder Begründungen zu suchen warum man es nicht machen sollte.

Du möchtest mal was Exotisches kochen? Such Dir ein Rezept raus (Internet, Kochbuch, Blogs,…), kaufe die Zutaten ein und lege los.
Du möchtest Yoga ausprobieren? Kauf dir eine Matte, gehe in einen Yoga-Kurs und atme ein und aus. Danach kannst Du immer noch auf die Couch.
Du möchtest mit dem Rucksack nach Indonesien. Lies Dir Erfahrungsberichte durch, such Dir schöne Routen heraus, kauf dir einen Reiseführer (da sind die meisten Infos drin, auch zwecks Impfungen, Kultur, Wetter, Kleidung, Bezahlmethoden, etc.) und buch die Flüge.

Du möchtest Dein Leben verändern, vielleicht Deine Einstellung dazu, Deinen Tagesablauf, Dein Wissen erweitern, mehr Sport machen?
Beginne damit und zwar jetzt. Nicht morgen, nicht in einer Woche, sondern jetzt. (Mehr dazu in einem folgenden Beitrag oder schon einmal hier in einem Artikel zum Thema Veränderungsprozess und Selbstoptimierung.)

Hast Du das Gefühl still zu stehen oder Dich zu bewegen? Wenn ja, welches der beiden und wie äußert sich das bei Dir?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar,
Herzlichst ♥ Caro


Über ungeschriebene Blogartikel und unfertige Handstulpen | Selbsterwartung

Gestern wollte ich in aller Ruhe einen Blogartikel schreiben – über nicht geschriebene Artikel, die ich aber noch schreiben wollte: Über nahrhafte Gerichte für die Mittagspause (ich wollte auch mal eine neue Kategorie dafür aufmachen), über Selbstoptimierung, über selbst gestrickte Handstulpen (den Artikel gibt es noch nicht mal, aber ich wollte darüber schreiben wie ich dazu kam und welche Schwierigkeiten ich mit den fünf Nadeln hatte). Und genau wie die Artikel bleiben auch mal andere Sachen einfach liegen. Eine Handstulpe habe ich gestrickt (daher stammt das Bild), die andere ist noch in den Anfängen. Ob ich sie diesen Winter noch tragen kann weiß ich nicht, aber das hat mir gezeigt, das Stricken komplexer sein kann als nur Masche um Masche abzuwerfen. Das alles und das Wissen, dass ich gestern schon den Artikel schreiben wollte, hat mich zu dem Thema Selbsterwartung geführt, die Erwartungshaltung, die ich an mich als Mensch habe. Also habe ich mal wieder gegoogelt (ausschließlich um eine schöne Definition von Selbsterwartung zu finden) und stieß auf Artikel über Selbstwirksamkeitserwartung, bei der es darum geht als Mensch „aufgrund eigener Kompetenzen gewünschte Handlungen erfolgreich selbst ausführen zu können“. Ein Mensch der eine hohe Selbstwirksamkeitserwartung besitzt – so die Annahme -, kann „gezielt Einfluss auf die Dinge und die Welt nehmen (internaler locus-of-control, siehe Kontrollüberzeugung), statt äußere Umstände, andere Personen, Zufall, Glück und andere unkontrollierbare Faktoren als ursächlich anzusehen“. Der nächste Artikel zum Thema Selbsterwartung beschäftigt sich mit der Psychologie des Gewinnens und begegnet der Thematik Selbsterwartung mit einem leicht selbsttherapeutischen Ansatz, welcher in einer Anleitung zum positiven Denken – mit einigen Tipps – mündet. An dieser Stelle wünsche ich mir manchmal, weniger zu googeln und vorher besser mein eigenes Hirn anzuschmeißen, was ich nun trotz der überaus ausführlichen Definitionen versuche.

Selbsterwartung (eine persönliche Definition)
Das Thema Erwartungen hat mich schon letztes Jahr ein wenig begleitet. Als ich es dann gestern wieder nicht geschafft habe einen Blogartikel über angedachte Themen zu verfassen, wollte ich das heute machen, was mich zum Thema Selbsterwartung geführt hat, also die Erwartung, die ich an mich selbst habe. Hierbei gilt es zu hinterfragen: Was möchte ich erreichen? Wo liegen meine Ziele? Welche Ziele habe ich und welche Erwartung stelle ich dahingehend an mich selbst? Die Definition von Selbsterwartung kummuliert in Fragen, die man sich stellen kann, wenn das Thema Selbsterwartung aufkommt. Diese gilt es für sich selbst zu beantworten, ohne Definition, ohne Hilfestellung, ganz allein für sich – frei von Perfektion, frei von Anforderungen, die Du an Dich für gewöhnlich stellst, geradewegs aus dem Bauch raus – ehrlich und aus Deiner Mitte.

Um zu den unfertigen Artikeln und den unfertigen Handstulpen zurückzukommen: Ich selbst erwarte manchmal ein wenig zu viel von mir und möchte mehr in meinen Alltag unterbringen als es möglich ist (er hat nun mal nicht 48 Stunden, sondern nur 24), deshalb ist meine Erwartungshaltung an mich selbst eine Haltung, die weniger an Erwartungen und mehr an meine persönliche Entfaltung geknüpft ist. Damit entspricht das weniger einer Erwartungshaltung als mehr einer wohlwollenden Achtsamkeit, mit der ich mir jeden Tag begegne, mir den Raum und die Zeit gebe, welche ich brauche, um nicht zuletzt doch wieder die angestrickte Handstulpe in die Hand zu nehmen, weil es sich mit zwei weniger friert als mit einer bei minus 3 Grad, auch im nächsten Winter 😉

Erwartest Du auch manchmal zu viel von Dir? Wie gehst Du damit um?

Selbstoptimierung: Von Schlagsahne, Motivation und Selbstdisziplin

Ein Stadtbummel ist immer eine gute Idee, wenn das Wetter mal nicht so mit macht und in der Heimatstadt hat das nochmal einen ganz besonderen Charme, insbesondere wenn man inzwischen woanders wohnt. Gemütlich durch die Geschäfte schlendern (ob mit oder ohne Ziel ist dabei relativ egal) und an den Ständen für Snacks den Geruchssinn anwerfen und olfaktorisch genießen. Ein paar Geschäfte später kommt ein Eiswagen (E-I-S!!!) – Yummi! Natürlich kann ich nicht widerstehen und schnappe mir eine Kugel Banane-Nutella und eine Kugel Cookie. Gibt es Sahne? Jawohl! Lieben Dank. Schmecken lassen 🙂

Ein Tag später…

Ich sitze im Zug von der Heimat nach Hause. Morgen geht es wieder zur Arbeit, in der Wohnung wartet eine Ladung Wäsche und Bücher, die mich interessieren liegen auf dem Nachttisch bereit.

Wie schon im letzten Artikel angekündigt, beschäftigt mich das Thema Selbstoptimierung schon eine ganze Weile. Warum mache ich mir dazu Gedanken? Ganz einfach: Ich habe irgendwann festgestellt, dass mir einige Angewohnheiten an mir selbst nicht gefallen – angefangen beim Rauchen bis hin zu (negativen) Denkmustern. Als ein Mensch, der gerne an sich selbst arbeitet und sich weiterentwickelt, habe ich mir gesagt, dass es Zeit wird etwas zu verändern. Ich wollte mehr Freiheit, Unabhängigkeit und Klarheit, ich wollte mich mehr um mich und meinen Körper kümmern, ich wollte mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden. Ergo: Ich musste etwas an meinem Alltag und mir verändern. Dass das Zeit, Selbstdisziplin und Energie kostet, war mir dabei von Anfang an klar. Aber wie verändere ich was? Und was sollte ich denn zuerst verändern? Wo sind denn die großen Knackpunkte, die mich maßgeblich stören und daran hindern insgesamt zufriedener, ausgeglichener und besser zu leben?

Selbstoptimierung und mögliche Komplikationen
Selbstoptimierung verlangt eine ehrliche und schonungslose Selbstreflektion sowie Selbstkritik. Nicht jeder Mensch ist dafür gemacht, also finde heraus wie es sich für Dich anfühlt, wenn Du dich und Dein Leben kritisch betrachtest, überlegst, ob Du dich momentan wohl fühlst und ob Du Lust hast etwas zu ändern. Du siehst einige Punkte? Dann kannst Du die weiteren Schritte ausprobieren. Fall Du im Grunde mit Deinem Leben zufrieden bist und Du Dich gar nicht so intensiv mit Dir selbst auseinandersetzen möchtest, kannst Du aufhören zu lesen, aber überlege Dir vorher warum Du angefangen hast diesen Artikel zu lesen und frage Dich, ob Dich das Thema nicht doch ein wenig interessiert (viellleicht ohne folgende Schritte umzusetzen).

Die Analyse des IST-Zustandes
Um für sich herauszufinden, was sich für Störfaktoren eingeschlichen haben, ist eine Analyse des IST-Zustandes ausschlaggebend für die weiteren Schritte. Hierzu kannst Du dir folgende Fragen stellen:

1. In welchen Situationen gefalle ich mir nicht?
2. Was ist der Grund dafür, dass ich mir in den Situationen nicht gefalle?
3. Liegt es an meinen Handlungen, meinem Verhalten oder meinem Denken?

Wenn Du dir die Fragen beantworten kannst, bist Du einen guten Schritt vorwärts gekommen. Du kannst benennen, was Dir nicht gefällt und weißt an was Du arbeiten kannst.

Zieldefinition, Motivation und der Faktor Zeit
Nachdem Du deine Störfaktoren benannt hast, kannst Du deine Ziele definieren: Wo möchtest Du hin? Was möchtest Du erreichen? Wie siehst Du dich in einiger Zeit?
Mögliche Ziele könnten sein:

  1. Mehr Bewegung.

  2. Mehr gesundes Essen.

  3. Nachhaltiger leben.

Allein die Ziele zu definieren reicht natürlich nicht aus. Nun geht es ans Thema Motivation und Selbstdisziplin. Hört sich anstrengend und kompliziert an! Ist es auch ein wenig, aber weniger als Du denkst 🙂 Bei allem was Du zukünftig ändern möchtest, behältst Du im Kopf warum Du es ändern möchtest und was Du dir Positives von der Veränderung versprichst. Wenn Du merkst, dass Du doch wieder öfter auf der Couch liegst als Du es Dir vorgenommen hast, frage Dich zunächst, ob das ein Störfaktor ist oder ob Du dich so momentan wohler fühlst. Fühlst Du dich wohl, super! Empfindest Du es als Störfaktor, zieh Deine Schuhe an und laufe ein Mal um den Block oder drehe eine Runde mit dem Fahrrad. Motivation kommt nicht von alleine, sondern davon, dass Du aktiv wirst, Deinem inneren Schweinehund einen fetten Arschtritt verpasst und Dir immer wieder ins Bewusstsein rufst was (zum Positiven) anders werden könnte, wenn Du dies oder das änderst. Wenn es Dir hilft schau in den Spiegel und sage laut: Ich möchte etwas ändern! Ich möchte mich besser fühlen! Ich möchte an mir arbeiten!
Indem Du dich immer wieder motivierst, steigt auch Deine Selbstdisziplin, dein persönliches Durchhaltevermögen für das Erreichen Deiner Ziele.

Beispiel 1: Mehr Bewegung
Wenn ich mich mehr bewege (Spazieren gehen, Joggen, Yoga,…) fühle ich mich wohler und habe einen Ausgleich in meinem Alltag, kann abschalten und werde dadurch insgesamt zufriedener.

Beispiel 2: Mehr gesundes Essen (Schlagsahne darf trotzdem mal sein ;))
Wenn ich mich gesünder ernähre, dann fühle ich mich seltener schlapp und träge, habe mehr Energie und kann diese in andere tolle Erlebnisse und Tätigkeiten investieren.

Beispiel 3: Nachhaltiger leben.
Wenn ich nachhaltiger lebe, dann verursache ich weniger Müll und belaste die Umwelt weniger.

Bei allem was Du im Rahmen Deiner Ziele angehst, mach Dir bewusst, dass Du es Dir, Deinem Körper bzw. Deinem Leben zuliebe machst und Du dir daraus etwas Positives mitnimmst. Sich durch irgendwelche Sportprogramme oder vegetarischen Rezepte zu quälen, nur um das Gefühl zu bekommen ein besseres Leben zu führen, ist dabei nicht Sinn der Sache. Sich beim Veränderungsprozess (bzw. während der Selbstoptimierung) wohlzufühlen sollte oberste Priorität haben. Die Bereitschaft darin Energie und Zeit zu investieren ist trotzdem essentiell.
Dich von heute auf morgen um 180 Grad zu drehen und verändern zu wollen funktioniert nicht. Das alles ist ein sich entwickelnder und teils auch dynamischer Prozess. Versuche Dir vorzustellen, dass Deine Selbstoptimierung eher wie eine lange gemütliche Wanderung ist, bei der Du das Ende nicht unbedingt von Anfang an im Blick hast und bei der auch unterschiedliche Wege zum Ziel möglich sind. Genügend Zeit und Geduld mit Dir sind weitere Faktoren. Nimm Dir zum Beispiel vor jede Woche ein Mal 20 Minuten spazieren zu gehen und erhöhe die Häufigkeit und Dauer nach einem Monat auf zwei Mal die Woche 30 Minuten usw. Dein Ziel könnte sein ein halbes Jahr später drei Mal die Woche eine Stunde spazieren zu gehen. Wichtig bei allem was Du veränderst: Frage Dich, ob Du dich besser oder schlechter mit der Veränderung fühlst und reflektiere Dich in diesem Moment umfassend: Fühle ich mich gut? Was hat sich vielleicht durch die Veränderung noch verändert? Begegne ich dem Alltag auf eine andere Art und Weise? Habe ich öfter gute Laune und wenn ja, auf was kann ich das zurück führen? Hat die Veränderung Auswirkungen auf einen anderen Bereich? Wenn ja, welchen sowie ist diese positiv oder negativ? An dieser Stelle kann es auch helfen auf Dein Umfeld zu achten: Merken die Menschen in Deinem Umfeld die Veränderung? Reagieren sie darauf positiv oder negativ? Sprichst Du das Thema vielleicht sogar offen an? Wie ist das Feedback dazu?
Wenn Du nach und nach die ersten Schritte geschafft hast und vielleicht auch zunächst nur eine Sache optimiert hast, wirst Du merken wie Dein Selbstvertrauen steigt und Du fast vollkommen mühelos den nächsten kleineren oder größeren Schritt wagst, bis Du an dem Punkt bist an dem Du sein möchtest.

Vorläufiger Schlusssatz
Da ich gerade merke, dass ich am liebsten noch grundsätzliche und weiterführende Gedanken zu den Themen Motivation, Denkmuster (auf die ich nicht eingegangen bin bisher) und weitere Selbstoptimierungsmöglichkeiten habe, die nun doch etwas ausschweifen und mindestens weitere 1000 Wörter kosten würden, schließe ich das Thema Selbstoptimierung vorerst mit dem Schlusssatz: Erkenne was Dich an Dir und deinem Leben stört, aber vergiss bei Deinem Weg der Selbstoptimierung nicht ab und an etwas Schlagsahne zu Deinem Eis zu bestellen 🙂

Fragen, Anmerkungen, Lob und Kritik etc. sehr gerne in die Kommentare 🙂

Herzlichst ♥ Caro